Neulich im Museum

Im Ägyptischen Museum in Berlin gibt es viel mehr als nur die weltbekannte Nofretete zu bestaunen…

Büste der Nofretete, Neues Museum Berlin, Foto by Philip Pikart (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Neben größeren und kleineren ausgegrabenen Schätzen fand ich in der aktuellen Ausstellung auch Relikte aus den Anfangszeiten der antiken Kosmetik- und Beautyindustrie. Ich war schwer beeindruckt, mit welchen ausgeklügelten und raffinierten Hilfsmitteln die ägyptischen Mädels damals bereits vor dem Spiegel standen. Ja – auch im alten Ägypten gab es schon Spiegel. Natürlich nicht wie unsere Spiegel heute, sondern aus polierten Kupfer- oder Bronzeplatten. Interessanterweise zählen solche Spiegel zu den Standardausstattungen bei altägyptischen Frauenbegräbnissen. Aber jetzt erst einmal zu meinen Fundstücken aus dem Museum:

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Mascara in der Antike: Gefäße gefüllt mit Kohlestaub und Fett samt einem Schminkstäbchen

A) Das kommt doch der heutigen Mascara schon ziemlich nahe oder? Tatsächlich sind das Gefäße gefüllt mit Kohlestaub und Fett, zusammen mit sogenannten Schminkstäbchen, mit denen die Augen geschwärzt wurden. Die Materialien sind Holz, Leder und Schilfrohr. (Neues Reich, ca. 1070 v.Chr.). In Europa wurde übrigens die erste feste Mascara vom britischen Parfumeur Eugéne Rimmel im 19. Jahrhundert auf den Markt gebracht.

Altägyptische Varianten der Pinzette

Altägyptische Varianten der Pinzette

 

B) Sehr kreativ auch erste Pinzetten zur Entfernung übermäßigen Haarwuchses an ungeliebten Körperstellen. Metallene Pinzetten sind aus zahlreichen Grabfunden sind seit der jüngeren Bronzezeit bekannt, davor wurden sie aus Holz, Knochen oder Horn hergestellt.

Kämme aus der Bronzezeit

Kämme aus der Bronzezeit

C) Kämme und Haarnadeln aus Holz und Elfenbein. Der älteste bekannte Kamm stammt übrigens aus Schweden (nicht hier im Bild). Kämme dienten nicht nur für die Haarpflege, sondern wurden auch als eines der wichtigsten Accessoires verwendet. Kämme finden sich als Grabbeigaben sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Alternative zum Haarspray: die Nackenstütze aus Holz

Alternative zum Haarspray: die Nackenstütze aus Holz

D) 3-Wetter-Taft-Werbung gab es zwar im alten Ägypten noch nicht, aber die Frisur saß trotzdem. Dank dieser formschönen Nackenstütze hier, auf der sicherlich einmal eine Schönheit ihr Haupt gebettet hat. (Möchte bloß nicht wissen, mit welchen Verspannungen oder Kopfschmerzen die Dame morgens wohl aufgestanden ist.) Haarspray ist übrigens eine Erfindung aus den 1950er Jahren. Natürlich eng verbunden mit der Erfindung der Spraydose, 1953. Anfangs diente übrigens Schellack, das Sekret der Lackschildlaus, versetzt mit Parfüm-Ölen und Moschus-Bestandteilen als Grundstoff dieser Sprays.

Und wer jetzt Lust auf mehr bekommen hat, dem sei ein Besuch im Ägyptischen Museum in Berlin angeraten, das nicht nur mit solch kosmetischen Raritäten aufwarten kann :)

 

 

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