Fernsehen macht dumm!



Jawohl! Ich muss mich hier mal ganz kurz ganz fürchterlich aufregen.

*KLUGSCHEISSMODUS AN*
Manchmal frage ich mich wirklich, was die Fernseh- und mit ihnen die Werbefuzzis gefrühstückt haben, dass sie sich öffentlich so oft derart verbal und inhaltlich übergeben müssen, dass es zum Himmel stinkt. Ich hatte letzte Woche keine Termine, weil ich mir Zeit für Besuch genommen hatte, der kurzfristig eher wieder abreisen musste. In der unfreiwillig gewonnenen Zeit lief ab und zu der Fernseher als Geräuschkulisse und ab und zu habe ich (leider) auch hingeschaut.
Da wird einem den halben Nachmittag suggeriert, dass man mit Pulvern oder Pillen 2x mehr abnimmt, als mit irgendetwas anderem. Wenn man darüber nachdenkt, was so eine Fernsehwerbung wohl kosten mag so oft, wie sie gezeigt wird, dann kriegt man den Eindruck, dass diese ganzen Pillendreher sicher ganz schön Kohle scheffeln, weil ihre Werbung leider funktioniert.
Mensch Mädels… wenn Ihr Euren Hintern nicht hoch bekommt, Chips essend vor der Glotze liegt und nicht wirklich was für Euch tut, müsst Ihr Euch nicht wundern, warum ihr zulegt. Diätpillen funktionieren in etwa genauso gut wie Placebos. Wenn man daran glaubt und nur reichlich davon kauft und schluckt, funktionierts auch. QUATSCH! Keine Diät funktioniert ohne dauerhafte Ernährungsumstellung und Sport. Fett und Zucker weg, Kohlehydrate einschränken. Bewegen, bewegen, bewegen. Und mal an Nebenwirkungen solcher Pillen denken! 
Bei einer anderen Werbung bekommt man erklärt, dass die Welt besser wird, wenn man zu den Produkten einer bestimmten Getränkemarke greift. Leider ist diese Werbung verdammt gut gemacht, wenn sie auch recht wenig mit der Realität zu tun hat.
Und dann ist da diese bescheuerte Wurstwerbung: auf deren Verpackung wird nämlich jetzt gezeigt, wer hinter der Marke steckt: der eine, der die Wurst an der Maschine rührt, der andere der sie in ihre Plastikverpackung füllt, usw. Kein Wort von dem Tier, das auf ungesunden Spaltenböden in viel zu kleinen Boxen vor sich hin vegetiert, ohne jemals frisches Gras gerochen oder Tageslicht gesehen zu haben. Die Werber halten uns ja für ganz schön bescheuert. Umso trauriger, wenn man dann im Supermarkt die Leute haufenweise zur abgepackten Wurst greifen sieht, die aus dem Tier-KZ kommt.
Sind wir Konsumenten denn alle schon so abgestumpft, dass wir diesen Schwachsinn wirklich glauben wollen???
Für ziemlich fragwürdig halte ich außerdem eine Sendung, die auf einem ZDF-Spartenkanal zu sehen ist. Nelson Müller, Starkoch, Kochshowjuror, Restaurantbetreiber testet sich fröhlich mit einigen Pseudofreunden durch die Lebensmittellandschaft und fragt dabei: Ist Bio wirklich besser? Wie gut ist unser Fleisch? Fertiggericht oder selbst gekocht?
Dabei heraus kommt dann, dass Bio gar nicht immer besser ist. Dass Fertiggerichte überhaupt nicht so geschmacklos und ungesund sind wie Selbstgekochtes aus frischen Zutaten. 
Hä? 
Das klingt nach KOMPOTT … äh… Komplott! Schiebung!! Jawoll!!! Mir kommt diese Sendung schwer wie ne Dauerwerbesendung vor, die ordentlich von bestimmten Industriezweigen geschmiert wird, die ihr mieserables Image aufpolieren wollen.
Einzig die Folge „Wie gut ist unser Fleisch“ fragt mal nach, wie vernünftiger Umgang mit Tieren zur Lebensmittelverwertung funktioniert und warnt vor Discountprodukten. Wenigstens was!

Klar, ist Bio nicht Bio. So weit, so gut. Ich kaufe auch keine Bioprodukte bei großen Supermarktketten. Denn mal ehrlich: wie gut geht es z.B. Biohühnern, deren Eier millionenfach in hunderten von Supermärkten stehen? Dem Frieden traue ich nicht wirklich. Aber ich denke gründlich nach, bevor ich einkaufen gehe.

Bei den Fertiggerichten gehe ich gleich völlig auf die Barrikaden. Zwar presst der Herr Müller am Schluss seiner komischen Untersuchung schief lächelnd dann doch noch hervor, dass man öfter mal selbst kochen soll und zaubert in 7 Minuten auch ein köstlich aussehendes Gericht auf den Tisch. Inhaltlich plädierte aber die komplette Sendung dafür, dass Fertiggerichte gar nicht so schlecht sind wie ihr Ruf. Also mal ehrlich… ich koche auch Tütenpudding und wenns unterwegs schnell gehen muss kaufe ich auch mal ne 5-Minuten-Terrine. Aber schmecken tut mir das nicht wirklich. Es geht nichts über selbst gekochte Marmelade, einen Früchtejoghurt mit frischem Obst, gesüßt mit Honig und verfeinert mit Mandelsplittern (dauert keine 5 Minuten). Und okay bei Hauptmahlzeiten dauert die Zubereitung ein bisschen länger. Aber hat gutes Essen nicht auch etwas mit Genuss zu tun? Ist Essen nicht auch etwas sinnliches? Soll man nicht die gleiche Sorgfalt mit der man ein gutes Mahl genießt nicht auch bei der Zubereitung an den Tag legen? Wenigstens ein bisschen?
Mir wird direkt übel, wenn ich an all die Farbstoffe, Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker und all die Sachen denke, die dafür sorgen, dass vorgekochtes Essen sein Volumen verringert oder man Nudeln nur mit heißem Wasser begießen muss, damit sie ratzfatz gar sind. 

In Sachen Ernährung haben mein Mann und ich vor einiger Zeit bereits eine weitreichende Entscheidung getroffen. Wir essen gern, wir essen gern gut. Und wir essen gern mal Fleisch. Weil es uns wichtig ist, dass das Tier, das für unsere Nahrung sein Leben gelassen hat, ein gutes und ausreichend langes Leben geführt hat bevor es zum Schlachter musste, kaufen wir weniger Fleisch, dafür aber mit Bedacht. Es darf von ausgesuchten Metzgern sein und aus kleinen Bio- oder Hofläden. Das Gleiche gilt für Käse, Milchprodukte und Eier. Wir wollen uns bewusst ernähren und dazu gehört auch das einigermaßen gute Gewissen der Kreatur gegenüber.

Auch wir gehen zum Supermarkt um die Ecke. Gespritztes Obst kann ich abwaschen und ein Apfel aus Übersee ist frisch, schmeckt besser und hat ne bessere Ökobilanz als ein deutsches Produkt, das seit dem vergangenen Herbst hier im Kühlhaus gekühlt wird, damit es einigermaßen frisch bleibt. Bei abgepackten Sachen schaue ich immer auf die Verpackung, was drin ist und greife nicht blind ins Regal. Und wenn ein Käsesalat noch so verführerisch aussieht…. mit 36,5 E’s und merkwürdigen anderen Zusatzstoffen außer Käse landet er mir nicht im Korb.
Mein Fazit:
Nachdem ich mir den Frust über solchen Fernsehblödsinn von der Seele geschrieben habe, möchte ich jeden einladen den Kopf mal wieder zu benutzen, um Fernsehgesehenes richtig einzuschätzen. Und mal genau drüber nachzudenken, wo unser Essen eigentlich herkommt, bevor ich mir die hundertste Plastikverpackung anonymer Scheibenwurst kaufe
, die ich dann wegwerfen muss, weil ich zu viel gekauft habe und sie mir im Kühlschrank vergammelt ist.
Im Zweifel also gern mal wieder mit offenen Augen und Ohren durch die Welt und die Einkaufsmärkte streifen und den Fernseher aus lassen :-). 
Macht ja auch viel mehr Spaß!
*KLUGSCHEISSMODUS AUS*

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