Lästerschwester: ESC Nachlese

„Hätt‘ der Hund ned g’schissn, hätt er ’n Hosn gricht…“
Ob das Sprichwort nun aus Bayern stammt oder nicht, darüber weiß ich nichts. Und überhaupt. Mich fragt ja eh niemand. Auch nicht beim Grand Prix…ähm Eurovision Song Contest. Da kann man sich die Finger wund wählen und am Ende gewinnt eine bärtige Wurst.
Ich bin nicht enttäuscht. Was für eine Nacht! Was für eine grandiose Show. Danke Kopenhagen!!!
Es war abzusehen, dass die einzig skurrile Figur des Abends Stimmen fängt. Will ja niemand als intoleranter Spießer dastehen. Ich gebe gern zu, dass die Performance eine gelungene Show aus skurrilem Äußeren, gewaltiger Stimme und großartigem musikalischem Arrangement gewesen ist. Da stand es da, das Würstchen, im goldenen Glitzerkleid, lichtumstrahlt….und sang eine Hymne, die James Bond ne Gänsehaut über das Sixpack gejagt hätte.

Allerdings steht da eine Frage im Raum:
Hätte eine Conchita Wurst auch dann noch gewonnen, wenn sie tatsächlich eine Frau gewesen wäre und einfach nur so ihr Liedchen geträllert hätte, so wie auch die Damen aus Schweden, Spanien, Slowenien oder Aserbaidschan?????

Im Nachhinein beschwerte sich „La Wurst“ über Beleidigungen, bösartige Kritik, Intoleranz. Mensch Frau Wurst… wer sich zur Kunstfigur macht und sich mit einem solchen Künstlernamen schmückt, der muss auf böse Zungen gefasst sein. Allein mit einer Wurst als Nachnamen fallen einem ja auch sofort einige Sprüche ein, seid mal ehrlich. Ich bin nicht ganz sicher, ob das Statement aufgeht, mit diesem Äußeren für Toleranz und Akzeptanz zu stehen. Ein Mann, der gern Frauenkleider trägt okay. Mit Bart. Der Anblick etwas gewöhnungsbedürftiger, aber auch okay. Das Make up super! Aber diese Attitüde? Schlecht. Ganz schlecht. Immer wenn die Kamera anging dieses unglaublich entsetzte Staunen. Das verzerrte Gesicht. Die herausgepressten Tränen. Ich dachte: „Gleich kriegt es nen Nervenzusammenbruch.“ Und das zarte Stimmchen, mit dem es den Wunsch nach Love, Peace and Harmony ins Mikro hauchte, passten so gar nicht zum Vamp im Glitzerkleid mit Hammersong. Das war mir alles ne Nummer zu aufgesetzt und zu künstlich. Aber ich hab auf meinen Freund Peter Urban gehört und die Augen zugemacht. Da war dann nur der Song. Und der hat verdient gewonnen.
So! Das dazu. Musste ich loswerden!
Jetzt werde ich jetzt noch ganz entspannt meine TOP 5 an Euch loswerden. Geschmäcker sind eben verschieden.

Platz 5 – Ungarn – András Kállay-Saunders: „Running“ (ESC Wertung 5)
Ernsthafter Text, toller Song. Ansehnliches Schnittchen. Ich finde ja, dass die Ungarn immer tolle Beiträge in den ESC bringen. Das scheint nur außer mir keiner mitzukriegen. Schade eigentlich. Aber immerhin landete die ungarische Nation dieses Mal auf dem 5. Platz…wie bei mir, hihi.


Platz 4 – Russland – Tomalchevy Twins „Shine“ (ESC Wertung 7)
Je öfter ich den Song höre, umso hübscher finde ich ihn. Die Zopfarie mit der Wippe auf der Bühne hätten die Mäuse zwar weglassen können, aber sonst… viel Klingklong, ein bisschen Abba, ein bisschen Sixties. Sehr eingängig. Warum die beiden Mädels ausgebuht wurden, bleibt mir ein Rätsel. Kinder, die können doch nichts für die russische Politik.

Platz 3 – Island – Pollapönk: „No Prejudice“ (ESC Wertung 15)
Ich fand die Jungs in ihren bunten Anzügen großartig. In einem Song, bei dem man gleich mithüpfen möchte. Dabei setzen sich Pollapönk mit ihrer Musik für Toleranz und gegen Diskriminierung ein: Jeder hat das Recht, in Frieden zu leben, und Unterschiede sollte man feiern, nicht bekämpfen. Und das geht bei Pollapönk so leicht und pathosfrei, dass es richtig Spaß macht. Ganz ohne Bierschinkenattitüde…. ist doch wahr!


Platz 2 –  Griechenland – Freaky Fortune feat. Risky Kidd: „Rise Up“ (ESC Wertung 20)
Zugegeben: die Liveperformance der griechischen Teilnehmer war sehr dürftig. Das Ergebnis dann auch nur Platz 20. Aber schaut Euch mal das Original Video an. Da bleibt mein Tanzbein leider überhaupt nicht still stehen. Und die Griechen waren die Ersten in Kopenhagen, die richtig Stimmung in die Bude gebracht haben. Kommt auf meine Joggingliste für den Park…

Platz 1 – Dänemark – Basim – „Cliché Love Song“ (ESC Wertung 9)
Ich hätte es nicht gedacht. Aber als das Ding auf der Bühne lief, war ich mir sicher, Dänemark würde sich die Trophäe gleich nochmal holen. Auch hier ein eingängier Sound mit Ohrwurmgefahr. Fröhlicher Mitschnipsrhythmus. Aber nach den fröhlichen Songs der letzten Jahre musste wohl mal wieder Pathos her. Auch gut…

Ihr seht meine Lieben, so unterschiedlich sind die Ansichten. Ich freu mich aufs nächste Jahr mit Euch. Danke für die vielen Besuche auf meinem Twitter-Account und hier im Blog!

Bis zum ESC 2015 grüßt Euch
Eure Lästerschwester

1472 Total Views 3 Views Today
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on StumbleUponShare on Google+Share on RedditEmail this to someoneShare on Tumblr

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *