Schminktante poetisch – Eva Strittmater

Grabstelle von Eva Strittmater, Wikipedia

Keine Angst, ich dichte nicht selbst. In Jugendtagen hatte ich auch einmal eine lyrische Phase. Ich las und rezitierte total gerne Gedichte. Nicht so sehr die Klassiker, denn damit wurden wir ja in der Schule ausreichend gequält. Meine Eltern hatten ein gut sortiertes Bücherregal und immer wieder einmal stöberte ich in den Bänden.

Eines dieser Gedichte kam mir neulich in den Sinn. Kennt Ihr das? Man versucht, es wieder zusammen zu bekommen und dann geht es einem nicht mehr aus dem Kopf. Ich konnte es nur fragmentarisch rekonstruieren und habe es – dank Internet – schnell wiedergefunden. Naja und wenn ich mich hier schon darüber auslasse, dann werde ich es Euch garantiert nicht vorenthalten:

Eva Strittmatter 
Kunsterspring
 
Wie waren die Wälder finster.
Und im Winter: wie waren sie weiß.
An den Wegrändern blühte der Ginster.
Und die Sommer: Die Sommer warn heiß.
Die Tage warn blau von Lupinen.
Und morgens war die Welt neu.
Wir aßen die Sonne. Und tranken den Regen.
Und schwammen im Juni im Heu.
Und damals gab es Libellen.
Und man sah sie zum erstenmal.
Und der Großvater erzählte von Quellen
Hinterm Walde. In einem Tal.
Die hatten auch einen Namen.
Der hieß Kunsterspring. Kunsterspring …
Und wie viele Jahre verkamen.
Und wieviel Leben verging.
Und der alte Mann ist hinunter.
Und ich weiß den Weg nicht mehr.
Doch ich suche den Spring noch immer.
Und mir ist, als ob ich ihn hör.

Was sagt Ihr dazu? Gefällt es euch? Was sind Eure Lieblingsgedichte? Ich bin gespannt…. :)

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