Marrakesch – Ein Job in 1001 Nacht

Manchmal arbeite ich da, wo andere Urlaub machen – im November führten mich Dreharbeiten nach Marrakesch.

Oft bekommt man ja von Land und Leuten nur recht wenig mit, wenn man arbeitet. Wenn man allerdings für ein Reisemagazin unterwegs ist, kann das auch mal alles ganz anders sein. Und so kamen mir die 3 Tage im Südwesten Marokkos auch eher wie 10 vor, so angefüllt mit Eidrücken waren sie.

Gestartet sind wir Montag morgens um ….ach…. sehr früh. Nach einem Langstreckenlauf durch Madrids riesige Terminals (umsteigen) landeten wir am späten Nachmittag in Marrakesch und noch am Flughafen begann die Arbeit. Maske für Moderatorin Verena Wriedt, ab ins Shuttle und noch fix die ersten Bilder von Marrakesch in untergehender Sonne eingefangen:

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Flughafenterminal Marrakesch

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Gastfreundschaft wird groß geschrieben

Nächste Station: Souk. Hier wird so ziemlich alles verkauft, was das Herz begehrt und der Haushalt benötigt. Dicht an dicht handeln die Kaufleute mit Waren aller Art. Wir hatten es auf die Gewürze abgesehen und ich war absolut geflasht von den vielen tollen Düften. Alles steht offen in großen Tonnen herum: Rosenblüten, Kurkumawurzel, Anisstrene, Kardamonkapseln, Inger, Rohseife…. Betritt man ein Geschäft dauert es nicht lange und man bekommt ein Glas herrlich süßen, heißen Tee in die Hand gedrückt und sieht sich wild mit Händen und Füßen herumfuchteln, weil man versucht zu erklären, dass man schon ewig auf der Suche nach einem Gewürz namens Sumach ist. Ich habe es geschafft und herausgefunden, dass Sumach eine Gewürzmischung ähnlich des Curry ist (nur eben mit anderen Gewürzen). Ich habe eine dicke Ladung Weihrauch erschnüffelt und bin bald umgefallen, worauf man mir einen bitteren Tee einflösste, wie ihn die Berber in der Wüste trinken. Glücklicherweise habe ich überlebt und fiel nach diesem anstrengenden Tag voller Eindrücke halbtot ins Bett.

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Gewürmischung anschauen-ab in den großen Mixer-tadaaaa: Sumach!

Der zweite Tag begann ebenfalls in aller Herrgottsfrühe nach einem kleinen Frühstück mit Maskenzeit für Verena. Dann starteten wir in einen Tag mit einem vollen Programm. Dank unseres Guides und eines Fahrers, mussten wir uns nicht um Wege, Zufahrten oder Taxis kümmern und alle konnten sich auf die einzelnen Stationen konzentrieren, die auf dem Plan standen.

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Ruhe im Trubel der Stadt

Den Jardin Majorelle muss man gesehen haben, wenn man Marrakesch besucht. Ein wahres Kleinod mitten in der hektischen Betriebsamkeit der Stadt, das einst von einem französischen Maler namens Jaques Majorelle in den 1920er Jahren angelegt wurde. Eine bestimmte Abstufung der Farbe Kobaltblau wird bis heute als Majorelle-Blau bezeichnet. 1980 kaufte Modeschöpfer Yves Saint Laurent mit seinem Lebensgefährten Pierre Bergé den Garten und bewahrte ihn vor dem Verfall. Nach seinem Abschied vom Modegeschäft 2002 wurde die Villa und der Garten zu einem seiner Rückzugsorte. Nach seinem Tod wurde seine Asche im Beisein von Mitarbeitern und Freunden im Rosengarten verstreut.

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1001 Nacht hinter geschlossenen Fassaden

Weiter im Terminplan. Auf in die Medina und dort zu einem Riad, das von einem deutschen Unternehmer bewohnt wird. Als Riads bezeichnet man typisch marokkanische Stadthäuser oder Paläste mit Innenhöfen oder Gärten im Innern. Sie wurden zu Beginn des Islam populär. Nach außen sind die meisten recht unscheinbar. Denn ganz nach der Lehre des Islam soll sich der Reichtum aus dem Inneren schöpfen, während das Äußere bescheiden bleibt. Die Menschen bezogen das nicht nur auf sich selbst sondern auch auf ihre Umgebung und erschufen teilweise atemberaubende Bauten. Hier lasse ich einfach nur Bilder sprechen.

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Djemaa el Fna – Platz der Gaukler

Einst nutzten Sultane diesen Platz als Hinrichtungsstätte – heute trifft man hier Gaukler, Artisten, Künstler, Bettler, Händler, Touristen und Einheimische. Fakire ärgern Schlangen mit ihren Flöten und wenn man nicht aufpasst, hüpft einem ein Äffchen auf die Schulter und klick! wird ein Foto geschossen, das man kaufen soll. Inmitten tausender Gerüche, noch mehr Waren, fröhlichen Menschen und schreienden Händlern kann einem schonmal schwummerig werden. Reges Treiben herrscht auf dem berühmten Marktplatz und wenn man klug ist, belässt man es bei einem kleinen Bummel und zieht sich stattdessen lieber in eins der Cafés zurück und genießt von dort bei Tee und Gebäck, wie die Sonne hinter den Dächern verschwindet und der Muezzin zum gebet ruft. Was mich im Übrigen sehr beeindruckt hat. Es war kein lautes Gekrächze, wie ich es in der Türkei schon hörte, sondern ein sehr melodischer Gesang, der über der gesamten Stadt hing.

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Und ehe ich mich versah, war die Sonne untergegangen und der zweite Tag war vorbei. Am dritten Morgen ging es bereits zurück nach Deutschland. Tjaja, soviel zum glamourösen Jetsetleben eines Make up Artist. 😉

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Eines ist klar: Marrakesch wäre nie eine Stadt, in der ich leben könnte. Aber ich werde definitiv wiederkommen. Dann mit ein bisschen mehr Zeit im Gepäck und um noch mehr anzuschauen. Vielleicht auch, um so eine tolle handgearbeitete Lampe einzukaufen. Wo ich sie aufhängen werde, weiß ich jetzt schon…  :-)

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