Rapunzels Prachtmähne oder 6 Stylingtipps für offenes Haar

Offenes Haar in einer üppig wallenden Mähne ist in den letzten beiden Jahren für die Brautfrisur sehr beliebt und wird auch bei meinen Kundinnen verstärkt nachgefragt. In einigen Fällen unterstütze ich diesen Wunsch sehr gern. Denn mit einem Kranz aus frischen Blüten sieht offenes Haar zu einem duftigen Brautkleid einfach zauberhaft aus.

In manchen Fällen rate ich im Sinne der Stabilität und für das Durchhaltevermögen der Frisur doch eher zu eine Variante.

Heute verrate ich euch meine besten Stylingtipps für einen Look mit offenem Haar, die übrigens nicht nur für Bräute gelten, sondern für alle Damen, die ihr Haar zum Ausgehen gern offen tragen und lange etwas von der welligen Pracht haben wollen.

Tipp 1 – Verzichtet auf zu viel Pflegeprodukte

Vorbereitung ist alles, das wusste schon meine Oma!
Damit ihr ein tolles und langlebiges Ergebnis erzielt, müsst ihr das Haar ein bisschen vorbereiten. Los gehts mit dem Waschen. Ein kleines bisschen auswaschbarer Conditioner für die Haarspitzen ist erlaubt. Auf eine intensiv pflegende Haarkur solltet ihr an einem Tag, an dem ihr Barbarella spielen wollt, lieber verzichten. Alles, was die Haare schwer macht, mindert ein schönes Lockenergebnis, weil die Sprungkraft behindert werden kann und sich das Haar möglicherweise so schneller aushängt.

Will das einer?

Also!

Brautfrisur glamourös.

Tipp 2 – Sprungkraft schaffen

Schaumfestiger ist die große Schwester des Haarsprays. Mit Schaumfestiger sorgt Ihr im Haar für ein Grundmaß an Volumen, Stabilität und Halt. Es gibt allerdings eine Bedingung: Produkt kann nur da seine Wirkung entfalten, wo auch Produkt drauf ist. Sorgt also dafür, dass der Schaumfestiger einfach überall ist. Ihr benötigt dafür keine Tonnen an Schaum. Tragt ihn am besten Strähne für Strähne auf, immer vom Haaransatz bis in die Haarspitze. So behaltet ihr den Überblick. Meine liebsten und zuverlässigsten Schaumfestiger habe ich euch hier gleich noch in einem kleinen Einkaufstipp zusammengestellt:

Tipp 3 – Volumen vom Ansatz bis zur Spitze

Wer jetzt denkt, dass es mit ausreichend klebrigem Schaumfestiger schon getan ist, der irrt sich. Denn nur allein vom Schaumfestiger bekommt Ihr weder Volumen, noch Wellen oder Locken. Nachdem der Schaum also auf eurem Kopf gelandet ist, habt ihr 3 Möglichkeiten:

Haare über Kopf trocknen

Oberkörper nach vorn beugen und Kopf incl. Prachtmatte hängen lassen. Mit einem Föhn trocken föhnen. Dabei mit einer großen Paddlebrush oder Skelettbürste immer schön gegen den Strich bürsten. Föhn hinterherführen. Prozedur solange wiederholen, bis die Haare trocken sind. Kopf mit Schwung nach hinten und staunen… :-)

Grundspannung erzeugen

Wer nicht allzu dickes oder langes Haar hat, der kann die Haare auch mit einer großen Rundbürste vortrocknen. Dabei Strähne für Strähne die Bürste ordentlich direkt gegen den Ansatz föhnen, Bürste dabei Richtung Spitze ziehen. Wenn die Strähne fast trocken ist, rollt ihr sie auf die Bürste auf, föhnt nochmal richtig dagegen und lasst die Bürste dann für einen Moment im Haar. So kann das Haar auf der Bürste auskühlen (wichtig!) und kennt gleich die richtige Richtung, in die es fallen soll. Diese Technik erhöht zusätzlich die Sprungkraft im Haar.
Wer geübt ist, kann auch mit mehreren Bürsten föhnen. Pro Strähne die Bürste nach dem Trocknen einfach im Haar lassen, ggf. festclipsen und mit der nächsten Bürste weitermachen.

Die gute alte Lockwelle

In meinem Lehrberuf hatte ich viele ältere Damen, die regelmäßig zu mir kamen, um sich die Haare fest auf Lockenwickel drehen zu lassen, ein Weilchen unter der Haube zu schmoren und nach dem Ausfrisieren und Festsprühen ihre Ruhe hatten bis zum nächsten Friseurbesuch.
Wenn ihr richtige Locken haben wollt und euch das Gefrickel mit Lockenstäben, Glätteisen & Co. zu umständlich ist, dann helfen Euch möglicherweise die klassischen Lockenwickler. Teilt das Haar in schmale Passés (Strähnen) ab. Sie sollte knapp so breit sein, wie der Lockenwickel selbst es ist. Dreht das Haar etwas gegen den Ansatz auf. Achtet dabei darauf, dass die Haarspitze ganz glatt um den Wickel liegt, denn Knicke sehen extrem doof aus. Lockenwickel gut festclipsen.
Sind alle Haare ausfgedreht heißt es: ab unter die Haube. Die Wärme hilft beim schnelleren Trocknen und gibt zusätzlichen Halt. Je nach Haarlänge und -fülle dauert der Trockenprozess zwischen 20 Minuten bis 1 Stunde. Merke: je dünner die Strähne, umso schneller trocken die Haare.

Haare curlen mit dem Glätteisen.

Tipp 4 – Richtig curlen

Es gibt vielfältigste Möglichkeiten, Locken und Wellen ins Haar zu bringen. Wenn das Haar mit Tipp 2 gut vorbereitet und trocken ist, kann es losgehen. Ich curle Haare am allerliebsten mit einem Glätteisen. Das erzeugt sehr natürliche und extrem haltbare Waves, die ich nach Belieben frisieren kann. Es erfordert zwar ein bisschen Übung, aber wenn man den Dreh raushat, ist es wirklich ein Kinderspiel!

Auch Heißwickler sind eine gute Option. Wer einen Kasten mit verschiedenen Wicklergrößen hat, der achte bitte darauf, dass oben immer die größten Wickler aufgedreht werden, die nach unten hin kleiner werden dürfen. Wickelkasten richtig gut aufheizen. Haarsträhne abteilen, mit Haarspray besprühen und aufdrehen. Erst wenn alle Wickel auf dem Kopf richtig abgekühlt sind, abwickeln. Kopf mit den Fingern auskämmen und frisieren.

Ganz spannend finde ich auch diese Lockengeräte, die das Haar automatisch einziehen und es nach einigen Sekunden gelockt wieder ausspucken. Ich habe da schon wunderschöne Ergebnisse gesehen, die wirklich lange halten. Auch hier müsst ihr erst ein bisschen üben, bis ihr den Trick mit der richtigen Richtung raus habt, aber dann… :-)

Hier ein paar kleine Einkaufstipps:

Tipp 5 – Perfektes Styling

Wer Tipp 1-4 befolgt hat, dürfte inzwischen tolle Waves bis Locken haben. Damit die gut halten, darf gern mit Stylingprodukten nachgeholfen werden. Am hilfreichsten sind meiner Meinung nach immernoch ein Toupierkamm, Volumenpuder und Haarspray.
Gebt etwas Volumenpuder (ACHTUNG! gut und dezent dosieren) ins Haar (je nach Bedarf vom Ansatz bis zur Haarspitze), toupiert den Haaransatz etwas an und schüttelt die Mähne anschließend etwas auf. Haarspray fixiert den Look.
Diese Produkte verwende ich immer:

Tipp 6 – Wenn alles nichts hilft

Manchmal nützt weder reichlich Schaum, noch über Kopf föhnen noch eindrehen oder curlen etwas. Die Locken halten ungefähr eine halbe Stunde in schönster Pracht und fangen dann schon an, sich auszuhängen. In so einem Fall rate ich dazu, jeder einzelnen Strähne ein bisschen Unterstützung in Form eines Bobbi Pins zu geben. Teilt den Hinterkopf in der Mitte. Toupiert den Haaransatz strähnenweise an und fixiert ihn etwas mit Haarspray.
Passt auf, dass ihr nicht zu sehr an der Strähne herumzerrt. Sonst ist das Lockenvergnügen vorzeitig beendet.
Legt die wellige Strähne von der rechten zur linken Seite und steckt sie fest. Umgekehrt natürlich genauso. Das Haar muss nun nicht mehr die komplette Strähne halten, sondern nur noch die Hälfte und bleibt auf diese Weise länger in Form. Diese Lösung erfordert ein geschultes oder zumindest talentiertes Händchen. Deshalb ausreichend lange vorher anfangen zu üben. 😉

Brautfrisur mit fast offenen Haaren.

Puh!

Langer Text!

Aber ich hoffe, es waren die richtigen Tipps für Euch dabei. Schreibt mir, ob sie hilfreich waren oder ob ihr euch das Ganze lieber nochmal in einem Videotutorial anschauen würdet? Welche Parts würden euch in einem Video am meisten interessieren? Wer schreibt, bekommt zur Belohnung vielleicht Filmchen mit nützlichen Anleitungen zum Nachmachen!

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8 comments

  • Pingback: Stylingtipps für lange Locken - Looks | Lady.Bloggers

  • Lang ja, aber tolle Tipps. Nur mit Haarspray und Schaumfestiger habe ich es nicht so. Meine Haare trocknen dadurch immer so extrem aus, das ich darauf verzichte. Bisher habe ich noch kein wirklich gutes Produkt für meine Haare gefunden, leider.
    LG Petra

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    • Liebe Petra,
      die Schaumfestiger von Kerastase trocknen eigentlich nicht aus. Hast Du davon schonmal einen versucht?
      LG
      Anja

      Reply
  • So ein guter Bericht kann gar nicht lang genug sein. Wenn ich etwas lernen kann, was meine Haare noch besser zur Geltung bringt, bin ich doch gerne bereit eine gewisse Zeit zu opfern. Und hier kann ich definitiv sagen, das ich etwas gelernt habe

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  • Pingback: Die schönsten Bräute 2016 - schminktantenblogschminktantenblog

  • Pingback: (Werbung) Locken& Wellen mit Philips Beauty - Neues von der SchminktanteNeues von der Schminktante

  • noch ein addendum zum haaretrocknen und ganzganz wichtig für langhaarige: haare im feuchten/nassen zustand nur ganz vorsichtig entwirren, zb mit dem tang.le teez.er oder seinen kopien, und vorsicht mit der hitze.
    nach dem waschen ist die schuppenschicht außen ums haar aufgequollen und das haar selbst ist sehr reißempfindlich. also wenn möglich, dann eher mit den fingern entwirren – und den luftstrom des föns in richtung des haarwuchses richten (also von der haarwurzel zur spitze). das raut die schuppenschicht nicht weiter auf, die haare glänzen mehr und werden nicht ganz so schnell wieder schmutzig.

    gegen splissbildung hilft es nur, die längen und spitzen zu schützen. wer das mit produkten der kosmetikindustrie machen will, findet eine breite palette.
    aber es gibt auch möglichkeiten für die, die eher natürliche pflege wollen. z.b. mit nativem kokosöl (meine präferenz), arganöl, brokkolisamenöl oder im sommer himbeerkernöl – das hat auch gleich noch natürlichen sonnenschutz. (wirklich!) und wichtig: sparsam anwenden 😉

    wenn schon spliss da ist, gibt es zwei möglichkeiten. für die, die ungern länge opfern: mit silikon oder ölen quasi zukleben (funktioniert, ist aber nur ein workaround, der schaden ist bereits da). für die, denen das etwas egaler ist: die schere. (und sagt euren friseuren ganz deutlich, wie viel maximal runter darf. mit nachdruck. meine erfahrung ist, dass das nötig ist, grade bei richtig langen haaren.)

    bei fragen: fragt :)

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  • Hallo! Vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag, da sind wirklich einige hilfreiche Tipps dabei! Ein Volumenpuder hab ich schon so lange bei rumstehen, es bisher aber kaum verwendet. Vllt muss ich das mal wieder aus dem Schrank holen! :) LG Susanne

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