Werbung – Alle Büchertipps in diesem Artikel sind verlinkt, sodass ihr nicht selbst im Internet danach suchen müsst. Weder Franziska noch ich werden für diese Büchertipps in irgendeiner Weise bezahlt. Es sind reine Herzensempfehlungen.
Auch in 2026 werden wir in der Schminktante-Redaktion nicht müde, uns durch Buchseiten zu schmökern. Dabei tauschen wir uns immer wieder aus oder geben uns auch gegenseitig Lesetipps. Franzi Kurz wird für die Schminktanten-Leser auch weiterhin einmal im Monat ihre kuratierten Bücherempfehlungen veröffentlichen und wir starten mit richtig guten Geschichten.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn es draußen kalt und grau ist, mag ich nur zwei Arten von Büchern: richtig schöne Liebesgeschichten und Krimis (gerne mit dem Rücken zur Wand gelesen). Meine drei liebsten Entdeckungen habe ich euch zusammengestellt und hoffe, es ist etwas für euch dabei. Ganz viel Spaß bei den Buchtipps im Januar,
Eure Franzi
.

.
Oliver Pötzsch
Das Buch des Totengräbers
Wien, 1893: Ein neuer Inspektor ist in der Stadt. Leopold von Herzfeldt, ist Sohn reicher jüdischer Eltern, frisch ausgebildet in modernsten Ermittlungsmethoden und begierig darauf, Kriminalfälle zu lösen. Da erschüttert eine grausige Mordserie die Stadt: Junge Dienstmädchen werden mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden, immer wieder in der Nähe von Prater und Zentralfriedhof. Von Herzfeldt nimmt die Tätersuche auf und zieht dabei schnell den Argwohn seiner Kollegen auf sich. Was will er da mit Fotoapparat und suchend im Gebüsch, ob etwas herumliegt? Trotz aller Widerstände kommt er voran, unterstützt von Telefonistin Julia und dem Totengräber Augustin und entdeckt bald Furchtbares hinter dem Wiener Zauber der Jahrhundertwende. Ich habe diese Krimireihe frisch für mich entdeckt – vier Bände gibt es mittlerweile – und bin ihrem Zauber erlegen. Ein kluger Inspektor, der schon im 19. Jahrhundert eine Frau als Partnerin schätzt, skurrile Charaktere, Spannung und Wiener Flair. Mehr davon bitte!
Oliver Pötzsch: „Das Buch des Totengräbers“
Ullstein Taschenbuch
13,99 €
.

.
Minyoung Kang
Plant Lady
Yu-Hee hat einen Pflanzenshop und nicht viel übrig für andere Menschen, besonders für Männer nicht. Zu oft enttäuscht und mit mittlerweile geringer Frustrationstoleranz und viel Pflanzenwissen ausgestattet, hilft sie Kundinnen nicht nur bei Problemen der Pflanzenpflege sehr gerne. Es gibt zwar einen Detektiv, der Spuren in Yu-Hees Richtung bemerkt, aber sie ist doch so scheu und so attraktiv, wie sollte denn ausgerechnet sie etwas mit den verschwundenen Männern zu tun haben?
Plant Lady ist ein bitterböses Vergnügen auf kurzen 201 Seiten, das mit patriarchalen Systemen auf der anderen Seite der Welt (die Autorin ist Südkoreanerin) und viel zu oft tolerierter alltäglicher Grausamkeit in Wort und Tat abrechnet. Wer mehr über Südkorea und die Erwartungshaltung an Frauen wissen möchte, dem möchte ich sehr gerne das rebellische „Die Vegetarierin“ von Literatur-Nobelpreisträgerin Han Kang ans Herz legen. Sich dem Druck nicht zu beugen, früh zu heiraten, zu gehorchen und zu versorgen, hat dazu geführt, dass Seoul eine der Städte mit der höchsten Singledichte der Welt ist (die ZDF-Doku „Liebe und Sex in Südkorea: Botox statt Baby“ ist ebenfalls sehr empfehlenswert).
Minyoung Kang: „Plant Lady“
Heyne Verlag
20 €
.

.
Melanie Metzenthin
Die Psychoanalytikerin
Vera Albers hat die Praxis ihres verstorbenen Mannes übernommen und praktiziert nach einigen Fortbildungen 1920 als Psychoanalytikerin. Als einer ihrer Patienten ermordet wird und der ermittelnde Kommissar Bender vor ihrer Tür steht, schaltet sie sich ein. Kennt sie sich nicht am besten mit der Psyche von Täter*innen aus? So gehen sie gemeinsam auf Spurensuche, während weitere Leichen auftauchen, immer nach dem gleichen Muster ermordet. Wer nimmt hier Rache und warum? Hat ein altes Verbrechen aus dem Ersten Weltkrieg damit zu tun? Und welche Rolle spielt die junge Ehefrau eines Kriegsversehrten, die sich von Vera therapieren lässt, sich aber nicht öffnen will?
„Die Psychoanalytikerin“ ist ein sanfter Krimi trotz der ernsten Themenfelder: Nachkriegsjahre, die den Seelenzustand vieler Menschen verändert haben, eine noch junge Methode der Therapie, weibliche Emanzipation und die Frage, was genau einen Mann zum Mann macht. Wenn ihr „Die Hafenärztin“ von Henrike Engel über eine junge Ärztin mit Mut und Standhaftigkeit gemocht habt, die ganz nebenbei Kriminalfälle löst, ist „Die Psychoanalytikerin“ definitiv nach eurem Geschmack.
Melanie Metzenthin: „Die Psychoanalytikerin“
Heyne Taschenbuch
17 €
.
Welches Buch begleitet euch im Januar auf dem Sofa oder im Lesesessel? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Ich lese gerade You Manifest you