Werbung – Alle Büchertipps in diesem Artikel sind verlinkt, sodass ihr nicht selbst im Internet danach suchen müsst. In der Schminktanten-Redaktion wird niemand für diese Büchertipps in irgendeiner Weise bezahlt. Es sind reine Herzensempfehlungen.
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„Wer die Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“

Diesen Satz hat der spanisch-amerikanische Philosophen George Santayana gesagt. Deshalb lege ich euch heute drei auf historischen Tatsachen beruhende Romane ans Herz, die mich bewegt und berührt haben (rein zufällig geht es nur um Frauen, die Geschichte geschrieben haben 😉)– ich hoffe, euch wird es auch so gehen! Ob fiktiv oder mit realem Vorbild, sie sind alle drei auf ihre Art besonders.

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Franzi Kurz hat für schminktante.de im Mai 2026 Bücher kuratiert, die einen weiblichen Blick in die Geschichte werfen.

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Titus Müller
Die Dolmetscherin


Bayern, 1945. Der Zweite Weltkrieg ist beendet, die Siegermächte haben Deutschland besetzt und die Amerikaner verhören Nazigrößen, um ein aufsehenerregendes Gerichtsverfahren, heute bekannt als die Nürnberger Prozesse, vorzubereiten. Mittendrin Asta, eine junge Deutsche, die in die USA ausgewandert ist und nun hier dolmetschen soll. Und sie hat eine ganz eigene Agenda und Wünsche, wie vor allem mit Hermann Göring umgegangen werden soll. In Die Dolmetscherin geht es um alltägliches Leid nach Kriegsende. Abwesende Väter, Verschwörungen, Angst und Not, tiefe Wunden und Sehnsucht nach Normalität prägen die Gefühlslage vieler. Und gleichzeitig ist da kollektive Abwehr, bis Bilder um die Welt gehen, die das Leid in den KZs zeigen. In der Folge dieser Prozesse entstanden die Erklärung der Menschenrechte 1948 und die Genfer Konventionen 1949, um menschlichere Kriegsführung zu garantieren – falls es so etwas jemals geben kann.
Ohne voyeuristisch zu sein, zeigt Die Dolmetscherin an wenigen Personen, wie es 1945 in vielen aussah – und macht die Nürnberger Prozesse greifbar. Neben den Angeklagten erleben wir auch die Ankläger, Staatsanwälte und Verhörende ganz nah, inklusive einzelner Verhandlungen zwischen den Siegermächten, wer wen verhören darf.


Titus Müller „Die Dometscherin“
Heyne Taschenbuch
17 €

Passend dazu startete am 23.04. der Film „Nürnberg“ mit Russell Crowe als Göring. Ich habe den Trailer gesehen und ihn auf meine Watchlist gesetzt. Wir bleiben in der gleichen Zeit, gehen aber gedanklich von Deutschland nach Italien und sehen mit meinem zweiten Tipp für euch dem beruflichen Wandel zu:

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Francesca Giannone
Die Briefträgerin


Sucht ihr nach einem Roman, der euch das Italien der Jahre 1934 bis in die späten 50er hinein näherbringt? Francesca Giannone erzählt hier, angelehnt an das Leben ihrer Urgroßmutter Anna, die die erste Briefträgerin Italiens war, das Leben einer italienischen Großfamilie und eines ganzen Dorfes. Anna kommt als Norditalienerin neu in das süditalienische Dorf ihres Mannes Carlo und gilt überall als fremd und neu. Sie ist schön, stellt vieles in Frage, freundet sich mit Menschen an, die am Rand stehen, und hat Ideen, sogar Ambitionen! Unerhört für eine Frau dieser Zeit, vor allem in Süditalien. Wieso kann sie sich nicht einfügen, ruhig sein, wegsehen und Pasta machen? Anna will so viel mehr und so wird sie nicht nur die erste Briefträgerin Italiens, sondern auch Ratgeberin für Nichte und viele andere im Dorf, die sich schon gar nicht mehr nach Rat und Hilfe zu fragen wagten. Die Briefträgerin ist eine unterhaltsame, leichte Geschichtsstunde voller Familien- und Dorfgeheimnisse mit großer Erzählfreude und ein, zwei ernsten Tönen.

Francesca Giannone: „Die Briefträgerin“
btb Taschenbuch
18 €

Ein paar Jahre davor wurde im Vereinigten Königreich Geschichte geschrieben mit den ersten Studentinnen, die ihren Abschluss machen konnten in Oxford. In Deutschland durften Frauen übrigens seit 1909 studieren, seit 1900 im Großherzogtum Baden.

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Franzi Kurz hat für schminktante.de im Mai 2026 Bücher kuratiert, die einen weiblichen Blick in große und kleine (Welt)Geschichte werfen. Kommt mit nach Großbritannien, nach Italien und ins fränkische Nürnberg.

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Joanna Miller
Die Frauen von Oxford


Wusstet ihr, dass das Wort Freund vom angelsächsischen „friohon“ kommt, das lieben bedeutet und gleichzeitig die sprachliche Wurzel von frei ist? Freundschaft ist ja eigentlich nichts anderes als Liebe minus Anziehungskraft, meiner Meinung nach. 
Um vier Freundinnen geht es in Die Frauen von Oxford: Ottoline, Beatrice, Theodora und Marianne sind 1920 unter den ersten Frauen, die in Oxford als reguläre Studentinnen eingeschrieben werden. Die Frauen in den Jahren davor durften zwar zuhören und zum Teil Prüfungen ablegen, erhielten aber keinen akademischen Grad, egal, wie gut sie waren. Diese Ungerechtigkeit wird 1920 beseitigt und die vier Frauen sind sich des historischen Moments bewusst – und der Frauen, die vor ihnen darum gekämpft haben (Cambridge hat erst im Jahr 1948 nachgezogen!). Jede von ihnen möchte etwas ganz Eigenes aus ihrer Zeit mitnehmen und hat ihre eigene Geschichte, ihre Herkunft, ihre Wünsche und Hoffnungen, die sie mit uns teilen. Wir lernen einiges über die Zeit, die Suffragettenbewegung, über Erwartungen an Frauen, Mode, Ausdrucksweise, Konventionen, Regeln an einer der ältesten und traditionellsten Universitäten Europas und sehen Hoffnungen und eine zarte, langsame Liebesgeschichte – aber vor allem geht es um Zusammenhalt und warme tiefe platonische Zuneigung zwischen vier ganz unterschiedlichen Frauen. Obwohl fiktiv, konnte ich mir die Vier richtig gut vorstellen und wünsche ihnen nur das Beste. Vielleicht gibt es ja bald Band 2?

Joanna Miller: „Die Frauen von Oxford“
FISCHER Taschenbuch
12 €

Jetzt sind wir geschichtlich nach Nürnberg, Italien und ins Vereinigte Königreich des zwanzigsten Jahrhunderts gereist, waren bei entscheidenden Momenten der Emanzipation und der Weltgeschichte dabei und ich hoffe, es hat euch gefallen und inspiriert. Die Welt der historischen Romane ist so breit und bunt, hier fiel es mir richtig schwer, eine Auswahl zu treffen. Wer nicht nur einen Einzelband möchte, dem lege ich jetzt noch Die Hafenärztin-Reihe von Henrike Engel ans Herz über eine der ersten praktizierenden Ärztinnen Deutschlands, die zusammen mit einem engagierten Polizisten in jedem Band einen Kriminalfall löst und ganz nebenbei das Hamburg des frühen zwanzigsten Jahrhunderts mit ihrer unkonventionellen Haltung auf den Kopf stellt.

War etwas für euch dabei? Welches Buch darf bei euch einziehen?

Und weil wir ja hier thematisch auch immer für EUCH schreiben, lasst doch gerne einen Kommentar da: Welche Themen interessieren Euch literarisch in den nächsten Büchertipps?

11 Kommentare

  1. Daniela Armbruster 31/05/2026 at 7:21- Antworten

    Dieses Mal catchen mich die Beschreibungen wieder so sehr, dass ich mir alle drei Bücher für meinen Lesesommer notiert habe. Vielen Dank fürs Zusammenstellen

  2. Kathrin Dettmar 31/05/2026 at 7:47- Antworten

    Die Briefträgerin liegt bei mir schon auf dem Nachtisch. Die anderen beiden Bücher werden aber auch bei mir einziehen. Zur Zeit lese ich „Yester Year“.

  3. Susanne 31/05/2026 at 9:45- Antworten

    Hey,
    vielen Dank erstmal für die interessante Auswahl.
    Ich habe die Frauen von Oxford gerade bestellt.
    Werde mir ganz bestimmt die anderen Bücher auch bestellen.
    Den Film von Nürnberg habe ich vor kurzem gesehen. Da passt diese Buch auch schon sehr gut.
    Aber erstmal etwas leichteres.
    Lieben Gruß Susanne

  4. Kerstin Rust 31/05/2026 at 9:58- Antworten

    Die Dolmetscherin klingt für mich schon sehr spannend. Dieses Buch werde ich mir kaufen. Vielen Dank für den Buchtipp, liebe Anja!

  5. Claudia 31/05/2026 at 10:25- Antworten

    Vielen lieben Dank für Deine tollen Buchempfehlungen liebe Anja .

    • schminktante 03/06/2026 at 14:57- Antworten

      Ich leite den Dank gerne an Franzi weiter – sie kuratiert die Bücher für den Blog ;-).
      LG
      Anja

  6. Ghezal Marlene 31/05/2026 at 13:25- Antworten

    Liebe Franzi,
    die ersten beiden Bücher stehen tatsächlich schon auf meiner Liste und die nächsten kommen nun dazu….
    Vielen Dank für die Empfehlung und vielen Dank auch an Anja für den Platz dafür bei der „Schminktante“

    Herzliche Grüße
    Marlene

  7. Ulrike Krannich 31/05/2026 at 13:31- Antworten

    Liebe Anja, liebe Franziska, das sind wieder Büchertipps nach meinem Geschmack. Da ich Italien liebe, wird wohl (erst einmal ) „die Briefträgerin“ bei mir Einzug halten.
    Lieben Dank für viele schöne Leseideen.
    Ulrike

  8. Cora 31/05/2026 at 14:39- Antworten

    Der Satz von dem Philosophen ist mein liebstes und so wahres Zitat.

    Früher habe ich nur historische Romane gelesen, mittlerweile dürfen die Geschichten gerne in der Neuzeit spielen. Das Buch der Frauen in Oxford kommt auf jeden Fall auf meine Liste.

    Danke für die Inspiration!

  9. Birgitt 01/06/2026 at 10:37- Antworten

    Hallo, erst einmal vielen lieben Dank für die tollen Tipps Lese gerade die „Briefträgerin“. Was für ein tolles Buch locker leicht spannend interessant zu lesen. Ich habe noch nie ein Buch in so kurzer Zeit durchgelesen.
    Also meine Empfehlung steht. Werde als nächstes die „Dolmetscherin“ lesen.
    LG Birgitt

  10. Kathleen 01/06/2026 at 16:32- Antworten

    Vielen Dank für die tollen Buchtipps. Die Dolmetscherin steht jetzt ganz oben auf meiner Liste.

    Ich würde mich sehr über Tipps zur Gegenwartsliteratur freuen. Ich fand bspw. „Die hellen Tage“ und „Was man von hier aus sehen kann“ ganz wunderbar. Bücher mit toller Sprache und einzigartigen Geschichten interessieren mich.

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