Wir sprechen hier ganz viel über Haut und Make-up. Und über die Veränderungen, die das Älterwerden mit sich bringt. Über Haare sprechen wir hier weniger. Vielleicht war das bisher ein Thema, das ich gemieden habe, weil ich meine drei Flusen auf dem Kopf eher nicht der Rede wert fand. Eure Zuschriften allerdings zeigen mir, dass das Älterwerden und die Veränderungen auf dem Kopf sehr wohl ein Thema ist, das euch interessiert. Deshalb widme ich mich heute mal einer Thematik, der sich manch eine von euch zumindest gedanklich schon mal genähert oder ganz und gar schon mittendrin ist im Prozess.

Grau ist das neue Blond. Oder Braun. Oder Rot. Viele Frauen entscheiden sich im Prozess des Älterwerdens wieder für ihre natürliche Haarfarbe. Es ist lästig, ständig Ansätze zu kaschieren. Graues Haar scheint im Trend zu liegen. Vielleicht ja auch nur deshalb weil wir durch Social Media so vielen Frauen begegnen, denen wir im normalen Alltag sonst deutlich weniger Beachtung geschenkt hätten? Who knows? Grau, Silber oder Weiß steht für eine neue Natürlichkeit, für Authentizität, für eine neue Art von Selbstbewusstsein … so zumindest kann man es in vielen Headlines lesen.

Ich selbst bin noch nicht ganz so bereit, meinen brünetten Schopf gänzlich ohne Farbe zu lassen. Aber ich schreibe diesen Blog ja nicht nur für mich, sondern für euch. Und wenn ihr euch eventuell schon einmal mit dem Gedanken getragen habt, eure Naturhaarfarbe samt silberner Strähnen herauswachsen zu lassen und wie ihr das am natürlichsten bewerkstelligt, ohne fette Ansätze oder nur noch mit Hut, dann ist DAS hier euer Beitrag.

Heute geht es hier um Grey Blending.

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Grey … was?


Grey Blending ist eure magische Formel, wenn ihr nach und nach vom gefärbten Schopf zur ergrauten Naturhaarfarbe wechseln wollt. Dabei handelt es sich nicht um eine einzelne Technik. Grey Blending ist der Oberbegriff für verschiedene Färbe- und Aufhellungsmethoden, die das Ziel haben, den Übergang vom gefärbten Haar zum natürlichen Grau so harmonisch und fließend wie möglich zu gestalten.
Das Prinzip ist so simpel wie genial: Statt harter Kanten zwischen dunklem Farbton in Längen und Spitzen und dem helleren Ansatz wird der natürlich nachwachsende Grauanteil bewusst in die Frisur integriert. Das Ergebnis wirkt wie ein natürlicher Schimmer und defintiv nicht wie ein vernachlässigter Ansatz.
Grey Blending ist damit der elegante Mittelweg zwischen „komplett neu färben” und „komplett aufhören zu färben”. Es ist ein Prozess und ja: manchmal auch einer, der mehrere Salon-Besuche und erfahrene Fachhände braucht. Aber am Ende entsteht dabei eine Frisur, bei der das Grau absichtlich wirkt. Gewollt und schön!

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Für wen ist Grey Blending geeignet?


Grey Blending eignet sich für fast alle unter euch, die graue Haare haben oder bekommen und nach einer Alternative zur klassischen Ansatzfärbung suchen oder ihre ergraute Naturhaarfarbe rauswachsen lassen wollen. Grey Blending gehört meiner Ansicht nach immer in sehr fachkundige Hände.
Besonders gut funktioniert das für alle, die:

… einen hohen Grauanteil haben. Wer zu 30–50 % oder mehr natürlichen Grauanteil auf dem Köpfchen trägt, hat die besten Voraussetzungen. Das nachwachsende Grau wird dann relativ einfach zur Gestaltungsgrundlage des neuen Looks.

… einen Farbton tragen, der nah am natürlichen Grau liegt. Hellbraunes, aschblondes oder bereits aufgehelltes Haar lässt sich deutlich einfacher in ein Blending überführen als tiefschwarz, dunkelbraun oder rot gefärbtes Haar.

… bereit sind, den Prozess zu begleiten. Grey Blending ist kein einmaliger Termin beim Lieblingsfriseur. Je nach Ausgangslage braucht ihr Geduld, Zeit (und ja, auch Geld) und die Bereitschaft, euch durch diese Übergangsphase zu begleiten.

Schwieriger (aber nicht unmöglich) ist Grey Blending bei sehr dunklen oder kräftig gefärbten Haartönen. Hier braucht es allerdings deutlich mehr Aufhellungsschritte, mehr Expertise und mehr Zeit. Wichtig: Lasst euch immer gut beraten. Sollte es sich für euch nicht gut anfühlen oder anhören, dann lasst euch zu nichts überreden. Es ist EUER Kopf und IHR tragt ihn 24/7 auf EUREN Schultern. Deshalb ist es immer ganz wichtig, dass IHR euch mit der Entscheidung wohlfühlt und ein gutes Gefühl damit habt!!

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Ist Grau das neue Blond? Oder Braun? Oder Rot? Zurück zur ergrauten Naturhaarfarbe liegt im Trend. Aber wie gelingt es? Grey Blending kann helfen. Alle Details auf schminktante.de von Anja Frankenhäuser. Foto by malivoja, iStock
Foto: malivoja/iStock

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Grey Blending-Techniken


Wie oben bererits erwähnt, gibt es nicht DIE EINE Methode. Welche Technik am besten zu eurem Köpfchen passt, hängt von eurer Haarstruktur, dem bisherigen Farbton, dem Grauanteil und dem von euch gewünschten Endergebnis ab. Euer Friseur – idealerweise einer mit Erfahrung in diesem Bereich – sollte das mit euch besprechen, bevor die erste Strähne gebleicht wird.
Die Kosten für jede Technik variieren von Salon zu Salon ganz erheblich. Deshalb verzichte ich in diesem Artikel auf die Angabe von Preisangaben.

Highlights & Babylights
Die klassischste aller Varianten. Feine, verschieden helle Strähnen werden über den gesamten Kopf verteilt. Dadurch entsteht ein lebendiger, mehrdimensionaler Look. Die Highlights harmonieren mit dem nachwachsenden Grau, weil sie einen ähnlichen Helligkeitswert haben. Der Unterschied: Während Highlights klassische helle Strähnchen sind, sind Babylights ganz besonders feine und eng gesetzte Highlights, die einen besonders natürlichen Effekt erzeugen.

Balayage
Beim Balayage wird Farbe (oder Aufhellung) ohne Folie oder strenge Muster von Hand frei aufgetragen. Das Ergebnis wirkt besonders organisch und sonnenverwöhnt. Für Grey Blending eignet sich Balayage sehr gut, weil der Übergang zwischen gefärbtem und natürlich grauem Haar weich und fließend wird und ideal herauswachsen kann.

Toning & Glossing
Wer seinen Grauanteil nicht aufhellen, sondern nur harmonisieren möchte, kann sich für ein sanftes Toning entscheiden. Dabei wird eine semi-permanente Tönung aufgetragen, die den Farbton angleicht, ohne die Haarstruktur zu belasten. Besonders beliebt: kühle Silbertöne oder warme Champagner-Nuancen, die das Grau in ein strahlendes Licht rücken.

Root Smudging / Root Blurring
Hier wird ganz gezielt der Ansatz weichgezeichnet. Statt einer harten Linie zwischen Ansatz und Länge entsteht ein sanfter Verlauf. Root Smudging ist eine gute Option für alle, die noch nicht ganz bereit sind, auf Farbe zu verzichten, aber die die regelmäßig anfallenden Nachfärbeintervalle reduzieren möchten.

Olaplex & Co. als Begleitmaßnahme
Grey Blending geht oft mit Aufhellungsschritten einher. Das bedeutet eine mehr oder weniger starke Belastung für die Haarstruktur. Behandlungen, die eure Haarverbindungen schützen und wiederherstellen (wie z.B. das bekannte Olaplex-System), sind deshalb keine Kür, sondern sollten nachdrücklich empfohlener Bestandteil eurer Behandlung im Friseursalon sein.

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So geht ihr vor


Bevor ihr den ersten Termin bucht, lohnt es sich, realistische Erwartungen zu setzen. Grey Blending ist bis zum abgeschlossenen Prozess eher keine Eintagsfliege.

Beratungsgespräch. Ein guter Friseur nimmt sich Zeit, um euren Grauanteil, eure Haarstruktur und euren bisherigen Farbton zu analysieren. Er oder sie erklärt euch, welche Technik für euren Ausgangszustand am sinnvollsten ist, wie viele Termine ihr einplanen müsst, wie das Zwischenergebnis aussehen wird und wie hoch die Kosten für die ganze Prozedur sein werden.

Schritt für Schritt. Gerade bei intensiver gefärbten Haaren funktioniert Grey Blending nicht von heute auf morgen. Oft braucht es zwei bis vier Termine im Abstand von mehreren Wochen, um das Haar schrittweise aufzuhellen und gleichzeitig gesund zu erhalten. Wer zu schnell vorgeht, riskiert ein geschädigtes, unschönes Vogelnest auf dem Kopf.

Die Übergangsphase. Butter bei die Fische: Auch beim Grey Blending müsst ihr euch (je nach Farbtiefe des gefärbten Haares) auf eine Übergangsphase gefasst machen. Aber mit der richtigen Technik lässt sie sich so gestalten, dass ihr im gesamten Prozess wohlfühlt.

Das Ergebnis. Wenn alles klappt, erwartet euch ein lebendiger, natürlich wirkender Look, der mit dem nachwachsenden Grau harmoniertUnd das Beste: Die Abstände zwischen den Salon-Terminen werden länger, weil kein harter Ansatz mehr korrigiert werden muss.

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Ist Grau das neue Blond? Oder Braun? Oder Rot? Zurück zur ergrauten Naturhaarfarbe liegt im Trend. Aber wie gelingt es? Grey Blending kann helfen. Alle Details auf schminktante.de von Anja Frankenhäuser. Foto by Professor25, iStock
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Grey Blending und Haarpflege


Mit dem Entschluss für Grey Blending werdet ihr merken, dass euer Haar eine andere Pflegeroutine benötigt als vorher.

Aufgehelltes Haar braucht mehr Feuchtigkeit und Pflege. Bleichmittel aller Art greifen die Haarstruktur an. Die Schuppenschicht öffnet sich, das Haar wird poröser, verliert Feuchtigkeit schneller. Eine gute Haarkur (idealerweise mit Keratin, Panthenol oder Proteinanteil) und Conditioner sind jetzt keine optionalen Extras, sondern Pflichtprogramm (wobei ein Conditioner eigentlich auch vorher zum Pflichtprogramm gehören sollte).

Hier helfen euch:

  • Silber-Shampoos oder Lila-Shampoos, die den Gelbstich neutralisieren. Nicht täglich anwenden – einmal pro Woche reicht, sonst können die Haare stumpf und violettstichig wirken und ihr seht aus wie Margot Honnecker auf ihrer letzten 1.Mai-Kundgebung.
  • Leave-in-Pflege und Haaröle versiegeln die Schuppenschicht und geben dem grauen Haar Glanz und Geschmeidigkeit – hier müsst ihr ggf. darauf achten, dass das Öl farblos ist um Verfärbungen zu vermeiden.
  • Hitzeschutz ist Pflicht, wenn ihr mit Glätteisen oder Lockenstab arbeitet. Eigentlich auch schon bevor ihr euer Naturhaar wiederhabt, denn Hitze macht immer etwas mit der Haarstruktur. Aber aufgehelltes Haar verzeiht Hitze noch weniger.
  • UV-Schutz fürs Haar, gerade im Sommer. Sonnenstrahlen greifen die Haarstruktur an und können beim grauen Haar für unschöne Gelbfärbung sorgen.

Weniger Waschen hilft. Zu häufiges Waschen trocknet das Haar aus. Zwei- bis dreimal pro Woche ist für die meisten Haartypen ausreichend.

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Grey Blending und Make-up


Dieser Punkt darf in einem Beitrag zu Grey Blending, Aufhellung oder dem Ergebnis natürlich grauer oder weißer Haare auf gar keinen Fall fehlen.
Eine veränderte Haarfarbe macht auch immer etwas mit dem Gesicht. Jahrelang routiniert sichere Make-up-Schritte können plötzlich ganz anders wirken, vielleicht irgendwie verkehrt aussehen. Keine Panik: Das ist ganz normal und völlig okay! Helleres Haar (was ja beim Grey Blending der Sinn ist auf dem Weg zum Naturgrau oder -weiß) gibt euch insgesamt einen ganz anderen Look. Das bedeutet, dass ihr möglicherweise auch eure Make-up-Routinen ein bisschen anpassen müsst. In vielen Fällen klagen meine Kundinnen darüber, sich zu blass oder zu fade zu fühlen. Hier helfen ein paar kräftigere Konturen. Ein bisschen mehr Bronzer oder Blush, gut konturierte und ggf. gefärbte Augenbrauen, kräftiger getuschte Wimpern oder vielleicht auch der Wechsel zurück von schwarzer zu brauner Mascara, je nach gewünschtem Effekt. Angepasste Farbtöne, die zur neuen Haarfarbe und dem Hautton harmonieren.

Vielleicht ist jetzt endlich Zeit für den Statementlippenstift?

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Fazit


Grey Blending kann die Antwort auf die Frage sein, die sich viele Frauen ab einem bestimmten Alter stellen: Muss ich wirklich alle sechs Wochen zum Friseur, um einen Ansatz zu korrigieren?

Mit der richtigen Technik, einem erfahrenen Friseur und einer angepassten Haarpflege kann euch der Übergang zum natürlichen Grau so sanft und schön gelingen, dass er sich nicht wie Verzicht, sondern wie Befreiung anfühlt. Wenn ihr dafür bereit seid! Und wenn es nicht der ergraute Naturschopf wird, wird es vielleicht ein neuer Farbton, der euch einen neuen und weicheren Look verleiht? Trust the process! 🙂

Vielleicht ist Grey Blending als Part im Älterwerden eine Möglichkeit zum Loslassen? Vielleicht entsteht ja innerhalb der körperlichen Veränderung mit der Veränderung des Äußeren auch ein ganz neues Gefühl für euch? Nochmal in ein ganz anderes Ich schlüpfen, wie wäre das? Fühlt ihr’s?

Jetzt verratet mir doch bitte mal in den Kommentaren: Seid ihr schon bereit für Team Silver Sister? Hat das schon jemand von euch hinter sich? Wie war’s? Wie fühlt ihr euch jetzt? Hat sich überhaupt etwas verändert? Ich bin ganz neugierig auf euer Feedback!

Titelbild: Stock_Colors by iStock

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