Alles richtig machen mit der Sonne (Teil 3)

Die Sonne und wir

Nachdem wir jetzt schon ganz viel über UV-Strahlung und -Filtersysteme gelesen haben, wenden wir uns doch mal unserem Körper und unseren Sonnengewohnheiten zu.

Unsere Haut verfügt über ein körpereigenes Schutzsystem, das in der Lage ist, uns bis zu 20 Minuten vor UV-Strahlen zu schützen. Sie produziert unter Sonneneinstrahlung verstärkt das Pigment Melanin, das die Haut braun „färbt“.

B&S:„Melanin ist sehr stabil, schluckt die UV-Strahlen und  schützt so die Haut. Da es in den Hautzellen gebildet wird und sich besonders um den Zellkern anlagert, schützt es vor allem unsere DNA und damit vor Hautkrebs.“

Sonnenbad an der Ostsee - Wie schützt man seine Haut richtig?

Richtig sonnen

Wenn wir uns also sonnen, verstärkt unsere Haut ihre Abwehr gegen UV und gewöhnt sich langsam an die Sonnenbestrahlung. Auch hier gilt: die Dosis macht das Gift. Wenn wir jahrelang keinen Sport gemacht haben und dann in der Muckibude an Gewichten herumturnen, ist uns ein dicker Muskelkater gewiss. Übersetzt ins Sonnenbad heißt das, wenn man Sonnenbrand bekommt, war es zu viel des Guten. Damit das nicht passiert und wir unsere Haut und unsere Zellen vor Schädigung bewahren müssen wir auf ein paar Dinge achten: Trainieren

Heißt: die Haut langsam an die Sonne gewöhnen. In der UV-strahlungsarmen Zeit, in der wir unseren Körper einmummeln und die Haut wenig an der frischen Luft ist, ist sie im Winterschlaf. Die ersten Sonnenstrahlen sollten wir deshalb gut geschützt genießen.

B&S: Melanin schützt sowohl vor UVA, als auch vor UVB-Strahlen. Je nach Hauttyp sollte man zu beginn der Saison mit Lichtschutzfaktor 30 beginnen und später den LSF auf 15 reduzieren. Ein Lichtschutzfaktor von 50 oder mehr ist deutlich zu hoch, denn so bleibt die Haut im Winterschlaf und wird sich nie gegen die Sonne zur Wehr setzen können.

Dazu mache ich eine klare Einschränkung: Sensible Häute, Leute mit vielen Leberflecken oder Pigmentstörungen sollten durchaus mit einem LSF 50+ beginnen und dann langsam runtergehen. Sicher ist sicher! Mein Gesicht beispielsweise sähe im Sommer ohne die 50+ scheckig aus, wie ein Kuhfell.

Der richtige Zeitpunkt

Zwischen 5-15 Minuten Sonne ohne Schutz sind -je nach Phototyp- okay. So kann der Körper die wichtigen Vitamin D-Speicher auffüllen. Danach ab in den Schatten, anziehen oder eincremen!

Welcher Phototyp Ihr seid, könnt Ihr in der unten stehenden Tabelle nachschauen:

Phototyp
Hauttyp
Merkmale
Eigenschutzzeit
LSF
I
extrem sonnen- empfindlich
Keltisch
sehr helle, blasse Haut blaue oder graue Augen Rötliche Sommersprossen
• ungeschützt innerhalb
• kürzester Zeit Sonnenbrand • keine bis geringe Bräunung
• max. Eigenschutzzeit 5-10 min.
50+ 40
II
sonnen- empfindlich
Hellhäutiger Europäer
helle Haut
blaue, graue oder grüne Augen
• ungeschützt oft Sonnenbrand • geringe und langsame
Bräunung
• max. Eigenschutzzeit 10-20 min.
40 30
III
normal sonnen- empfindlich
Dunkelhäutiger Europäer
hellbraune Haut dunkelgraue oder braune Augen
• manchmal Sonnenbrand • leichte Bräunung
• max. Eigenschutz 20-30 min.
30 20
Iv
wenig sonnen- empfindlich
Mediterran / Mittelmeertyp
olive bis dunkelbraune Haut, braune oder dunkelbraune Augen
• selten Sonnenbrand • schnelle Bräunung
• max. Eigenschutz 30-40 min.
20
v
sonnen- unempfindlich
Afroamerikanischer Typ
braune Haut, braune oder dunkelbraune Augen
• sehr selten Sonnenbrand • schnelle, tiefe Bräunung
• max. Eigenschutz 40-50 min.
20
vI
sehr sonnen- unempfindlich
Schwarzafrikanischer Typ
dunkelbraune bis schwarze Haut, dunkelbraune Augen
• äußerst selten Sonnenbrand • dunkle Bräunung
• max. Eigenschutz 50-60 min.
20

Quelle: Vichy

Die pralle Sonne zwischen 11-14 Uhr meiden.

Dann steht sie fast senkrecht am Himmel, die UV-Strahlung ist am intensivsten und verursacht in dieser Zeit somit ganz schnell die größten Schäden.

B&S: In der prallen Sonne ist die Haut im Stressmodus. Sie hat kaum die Möglichkeit die freien Radikale zu bekämpfen oder Melanin zu produzieren. Im Schatten kann sie sich erholen und ihre eigene Verteidigung ankurbeln… In der Sonne, bekommt die Haut den Reiz, den sie braucht um mit der Melaninproduktion anzufangen. Im Schatten hat die Haut dann die Ruhe, um dies auch zu tun. So entsteht gesunde, gleichmäßige und nachhaltige Bräune.

So nicht! - Was man im Umgang mit der Sonne beachten sollte

So nicht! – Was man im Umgang mit der Sonne beachten sollte

Die richtige Kleidung

In tropischen Gefilden, beim Schnorcheln beispielsweise, gern ein T-Shirt tragen. Eine Kopfbedeckung schützt Euch nicht nur vor Hitze, sondern die „Elfenhärchen“ auch vor einem Sonnenbrand auf der Kopfhaut.


Richtig eincremen

Wer meint, einmal mit hohem LSF cremen und dann den ganzen Tag Sonne genießen reicht, der irrt! Zwar erhöht der Lichtschutzfaktor in Öl,Spray oder Creme den Eigenschutz der Haut um den Faktor, der auf der Flasche steht, ist jedoch kein Freibrief für den uneingeschränkten Aufenthalt in der Sonne. Durch Schwimmen & Co, Schwitzen und natürlichen Abrieb (Kleidung, Handtuch, etc.) verliert er an Wirkung. Deshalb ist es wichtig, A) regelmäßig nachzucremen und B) ausreichend zu cremen. Hier heißt die Devise: viel hilft viel.

2 ml Creme pro cm² Haut (das sind zwischen 30 ml bei Frauen und bis zu 50 ml bei Männern) empfiehlt beispielsweise die Marke Vichy in ihrer Sonnenfibel. Besonders gut auf die „Sonnenterrassen“ des Körpers achten, denn hier landen besonders viele UV-Strahlen! Deshalb Kopf, Stirn, Nase, Ohren, Nacken, Schultern, Hände, Knie, Po und Fußrücken besonders gut eincremen.

Kleiner Tipp: die Ohren tragen wir immerzu in der Sonne spazieren und vergessen doch ganz oft, dass sie gerade deshalb besonderen Schutz brauchen. Also immer gut die Ohrmuscheln cremen!

Sonnenschutz fürs Haar.

Wer dem Ausbleichen und Austrocknen der Haare entgehen möchte, sollte auf spezielle Sonnenschutzprodukte fürs Haar setzen. Auch sie enthalten UV-Schutz und ihre reichhaltigen Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass das Haar nicht übermäßig austrocknet.

Kleines Update:

Robby Beyer schrieb mir übrigens, dass die bei Beyer & Söhne aufgelisteten Filtersysteme alle die Filtersysteme sind, die momentan von der EU Kommission zugelassen sind. Einige davon haben die Beyerjungs getestet bzw. darüber genau recherchiert und die Wirkung auf den Körper dokumentiert. Andere, so Robby, seien so alt oder so selten, dass sie heute kaum noch Verwendung fänden. Als mineralische Filter sind offensichtlich nur Titanium Dioxid und Zinkoxid bekannt. Beide Filter gelten als gut verträglich und empfehlenswert.

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