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Wirkstoffe in Kosmetik – wer kann was? (2)

Wirkstoffe Teil 2…..

Noch ein paar Tage Outdoor-Office unter Pinien, ein kühler Frappé neben dem Laptop, das Rauschen des Meeres in den Ohren. Im Kopf den zweiten Teil der klitzekleinen Reihe, in der sich alles um die derzeit angesagtesten Wirkstoffe mit Superpower in Kosmetik dreht. Wenn Ihr das lest, bin ich allerdings dann auch schon wieder zuhause.

In Teil 1 haben wir erfahren wie Hautalterung vor sich geht und welche Faktoren sie begünstigen und uns angeschaut was Wirkstoffe wie Vitamin C, Hyaluron, Squalan, Niacinamid und Retinol mit ihrer Superpower können. Heute ergänze ich das Ganze noch um ein paar Vertreter, die keinesfalls fehlen dürfen. Also keine lange Vorrede, wir starten direkt durch!

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Vitamin E

Steht mittlerweile auf nahezu jedem Pflegeprodukt und das ist auch ganz gut so. Vitamin E zählt nämlich zu den 1A-Antioxidantien und hat die Aufgabe freie Radikale einzufangen, die großen Anteil an der Hautalterung haben.

Die Wikipedia weiß darüber:

Vitamin E ist ein Sammelbegriff für alle fettlöslichen Substanzen mit meist antioxidativen Wirkungen, die die biologische Aktivität von (RRR)-α-Tocopherol aufweisen; damit handelt es sich um Vitamere. Zu den Vitamin-E-Formen zählen die sogenannten Tocopherole und Tocotrienole. Es kommen acht verschiedene Formen vor.
Vitamin E ist Bestandteil aller Membranen tierischer Zellen, wird jedoch nur von photosynthetisch aktiven Organismen wie Pflanzen und Cyanobakterien gebildet. Häufig wird der Begriff Vitamin E allein für α-Tocopherol, die am besten erforschte Form von Vitamin E, verwendet.

Wikipedia

Vitamin E erfüllt die Aufgabe eines fettlöslichen Antioxidans und ist in der Lage wichtige Bestandteile unserer Haut (Membranlipide, Proteine und Hautfett) vor der Zerstörung durch Oxidation zu schützen. Womit wir bei den freien Radikalen wären. Ihr fragt euch sicher schon eine ganze Weile, was freie Radikale eigentlich sind. Hab ich recht?

Freie Radikale sind ziemlich fiese Moleküle. Sie entstehen bei so ziemlich allen Stoffwechselprozessen im Körper und werden zusätzlich durch UV-Strahlung, Stress, bestimmte Medikamente oder den Konsum von Nikotin begünstigt. Weil sie stets auf Krawall gebürstet sind, zerstören sie oben genannte Membrane, Lipde und Proteine im Körper. Die Haut wird geschwächt und Falten entstehen.

Ein gesunder Lebensstil und Antioxidantien -darunter eben auch Vitamin E- treten den freien Pöbelradikalen also ordentlich in den Allerwertesten und machen sie unschädlich. Damit bewahren sie die Haut vor frühzeitiger Alterung.

Vitamin E spendet der Haut nicht nur Feuchtigkeit, sondern stärkt auch unsere Hautbarriere, fördert die Neubildung von Hautzellen und bietet einen Basisschutz vor UV-Strahlung. In der Kosmetik eingesetzte Formen von Vitamin E werden als Tocopherol oder Tocotrienole bezeichnet. Letztere sind recht neu und -glaubt man Forschungsergebnissen- intensivieren sie gemeinsam eingesetzt ihre Wirkung auf die Haut deutlich. In Zusammenarbeit mit anderen Antioxidantien wie Vitamin C oder Retinol soll die Schutzwirkung zusätzlich erhöht werden.

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Ceramide

Die Beyerjungs nennen diese Wirkstoffe Hautbausteine. Und sie sagen auch, daß Ceramide besondere Fette sind, die unsere Hautbarriere aufbauen und Hauptbestandteil der obersten Schicht unserer Haut sind. Diese besteht aus einem Gemisch von Wasser und Lipiden, das viele kleine, abgestorbene Hautzellen miteinander verbindet. Dadurch entsteht eine schützende Schicht, auch Hautbarriere genannt.

Mit einem Anteil von 60 % stellen Ceramide den Hauptanteil der Fette in unserer Hornschicht. Unser menschliches Stratum corneum enthält mindestens 9 verschiedene Ceramidarten.

Beyer & Söhne

Weil sie -ganz ähnlich wie Hyaluron- in unserer Haut vorkommen, erkennt der Organismus Ceramide und reagiert nicht allergisch. Ceramide werden aus verschiedensten Ceramiden in den untersten Schichten der Epidermis (Oberhaut) gebildet. Zusätzlich zugeführte Ceramide (bzw. Vorstufen davon) in Hautpflege kann die Ceramidsynthese anregen. Worduch am Ende wieder die Hautbarriere gestärkt wird.

Mit einer starken Hautbarriere haben äußere Einflüsse deutlich weniger Angriffsfläche, weil die Haut geschützt ist. Damit gesund und auch schön.

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Q10

Man könnte denken, Q10 sei ein alter Hut. Denn ich erinnere mich, dass ich die Bezeichnung schon ganz viele Jahre kenne. Ohne lange wirklich gewusst zu haben, was es ist und was es kann.

Key-Facts im Einzelnen:
Q10 oder auch Coenzym Q10 oder auch Ubiquinol ist ganz einfach ausgedrückt eine vitaminähnliche Substanz. Sie wird in allen lebenden Körperzellen zur Energiegewinnung benötigt, denn sie wandelt z.B. Nahrung in Energie um. Q10 wird sowohl über viele Lebensmittel aufgenommen als auch im Körper selbst produziert. Und auch Q10 funktioniert als Radikalenfänger.

Wie bei der Hyaluronproduktion im Körper, nimmt auch die Produktion von körpereigenem Q10 mit zunehmendem Alter ab (das geht schon mit etwa 20 los!). Nutzen wir Hautpflege mit dem Coenzym Q10, tun wir aktiv etwas gegen Hautalterung. Denn in Kosmetik eingesetzt stärkt Q10 das Bindegewebe, macht freie Radikale unschädlich und stimuliert die Erneuerung unserer Hautzellen.

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Illustration: naturwohl-gesundheit/Pixabay

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Kollagen

Ja ja, das liebe Kollagen – fachlich richtig heißt es Collagene. Es ist fester Bestandteil unseres Bindegewebes, von Muskeln, Fasern, Knorpelstrukturen und natürlich sind kollagene Fasern ebenfalls in unserer Haut vertreten. Sie besitzen eine hohe Zugfestigkeit und sind kaum denhbar. Der Körper produziert Kollagen aus verschiedenen körpereigenen Stoffen selbst. Aber auch hier wird die Produktion mit zunehmendem Alter deutlich gerosselt. Das Kollagengerüst, das unsere Haut straff und stabil hält, wird brüchig. Ergebnis: Wellfleisch. Klingt hart, gibt euch aber genau das Bild, das ich meine. Das, wenn man vor dem Spiegel steht und denkt: wo kommt denn plötzlich all die viele Haut her?! Aber nicht nur das. Weil etwa 30% aller Proteine in unserem Körper Kollagen sind, wirkt sich das Altern auch auf Sehnen, Muskeln, Knochen und Gelenke aus.
Es wäre jetzt sehr einfach zu sagen, wir schmieren Kollagen auf die Haut und nehmen Kollagen ein und dann wird das schon wieder. Aber so einfach ist es leider nicht.
In einer Recherche des NDR zu diesem Thema las ich das:

Der Körper zerlegt das Kollagen in die Aminosäuren Glycin, Prolin und Hydroxyprolin, aus denen er dann körpereigenes Kollagen produzieren könnte. Doch ob das tatsächlich geschieht, ist völlig unklar. Die Aussage, der Körper würde das eingenommene Kollagen direkt in Muskeln, Sehnen und Gelenke einbauen, stimmt so also nicht.

NDR

Trotzdem können wir unseren Körper unterstützen. Und zwar bei der Kollagensynthese. Ihm also Stoffe zuführen, aus denen er Kollagen herstellen kann. Eine eiweißreiche Ernährung (gerne pflanzlich) liefert reichlich Aminosäuren, mit denen wir von innen unterstützen können.
Oder Stoffe aufbringen, die nachweislich diese Synthese unterstützen und diese fiesen freien Radikale eleminieren. Die greifen nämlich das Kollagengerüst immer ganz schön heftig an.
Von außen helfen Vitamin C, Retinol und gute Feuchtigkeitsspender wie Squalan, Glycerin oder Hyaluronsäure.

Leider funktionieren auch Trinkampullen nicht wirklich. Denn die Bestandteile werden in Magen und Dünndarm in ihre Bestandteile -die Aminosäuren- zerlegt. Wenn ich also zum Beispiel von meinem geliebten Oliveda-Beautydrink schwärme, auf dem Kollagendrink steht, dann scheint sich die Wirkweise (die mich jedesmal aufs Neue flasht, wenn ich eine 3-Monats-Kur damit mache) für die Haut aus der Kombination seiner Inhaltsstoffe zu speisen aber nicht aus dem pflanzlichen Kollagen, das in erster Linie als Werbeclaim dient.

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Foto: Antonio López / Pixabay

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Astaxanthin

Kommen wir noch zu ein paar Vertretern, die nicht so gebräuchlich sind, sich aber in Kosmetik zunehmend großer Beliebtheit erfreuen.
Von Astaxanthin hörte ich zum allerersten Mal, als Beyer & Söhne sein knallrotes Dayshade-Fluid auf den Markt brachte. Der neuartige Stoff wird aus einer Algenart (Blutregenalge) gewonnen, gilt als eins der stärksten Antioxidantien der Welt und macht es damit perfekt für die Welt der Anti Aging Wirkstoffe. Freie Radikale und so, ihr wisst… ratet, woher Lachsfleisch und Flamingofedern ihre rote Färbung herhaben?
Astaxanthin soll negative Einflüsse von UV-Strahlung reduzieren, gegen Entzündungen helfen und wirksam gegen Hyperpigmentierungen (Altersflecken) vorgehen. Außerdem soll es Kollagen abbauende Enzyme hemmen, die bei Stress aktiviert werden.

Studien belegen, dass der Einsatz von Astaxanthin als Nahrungsergänzungsmittel deutlich positive Auswirkungen gegen Demenz und Haarausfall hat.

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Resveratrol

Was wir heute lernen, ist, dass reichlich Antioxidantien in Ernährung und Hautpflege einen deutlich positiven Effekt im Kampf gegen das Altern haben.
Polyphenole gehörne dazu. Es sind sekundäre Pflanzenstoffe die sich in den Randschichten von Obst, Gemüse und Getreide befinden. Nachweislich wirken sie antioxidativ, entzündungshemmend und blutdruckregulierend und nehmen einen guten Einfluss auf unser Immunsystem.

Resveratrol gehört zu den Wirkstoffen der Gruppe der Polyphenole. Man findet sie in Weintrauben und Himbeeren. In Kosmetik eingesetzt wirkt Resveratrol hervorragend gegen (alle zusammen:) freie Radikale. Es schützt die Haut vor den schädlichen Auswirkungen von UV-Strahlen und unterstützt sie hervorragend bei der Kollagensynthese.

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Foto: Ulrike Mai / Pixabay

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Jemand aus meinem Leserkreis lenkte meine Aufmerksamkeit auf molekularen Wasserstoff. Das war mir recht neu und ich konnte -außer Heilsversprechen verschiedener Hersteller- dazu keine guten Belege im Internet finden.

Insgesamt erhebt die kleine Reihe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich habe mich mit den angesagtesten und gängigsten Inhaltsstoffen befasst. Damit ihr ab sofort wisst, womit ihr eure Haut pflegt.

Immer schön dran denken: Wirkstoffe können nur wirken wo auch wirklich Wirkstoffe drinnen sind. Angepriesene Wirkstoffe sollten in der Inhaltsstoffliste immer recht weit vorne stehen. Das ist Garant dafür, dass mengenmäßig auch drin ist, was für eine optimale Wirkung versprochen wird.

Wer noch mehr über Wirkstoffe wissen möchte, dem empfehle ich ganz dringend die Kategorie „Hautwissen“ auf der Seite von Beyer & Söhne. Mit viel Wissen und großer Hingabe hat sich über die Jahre dort eine hervorragende Bibliothek entwickelt, die ständig aktualisiert wird und die auch mir bei der Recherche zu dieser Mini-Serie gute Dienste geleistet hat.

Alles Liebe, Eure Anja

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6 Comments
  • Karen
    Juni 5 2022

    Liebe Anja,
    Danke für diese vielen Informationen .

    Sind Antaxantien auch nach der Entstehung von Pigmentflecken so wirksam? Ich dachte immer sie sorgen dafür, dass möglichst keine entstehen.

    Die Eierlegendewollmilchsau wäre dann also die Creme, die all diese tollen Wirkstoffe in ausreichender Stärke enthält, oder?

    Viele Liebe Grüße und sonnige Feiertage
    Karen

    • schminktante
      Juni 5 2022

      Ob Astaxanthin auch gegen bereits bestehende Pigmentverschiebungen hilft, weiß ich leider nicht.
      Und alle Wirkstoffe in einer Creme klappt evtl. nicht weil sich möglicherweise nicht alle Wirkstoffe gleich gut miteinander vertragen oder sich in ihrer Wirkung möglicherweise gegenseitig aufheben könnten….auch das weiß ich nicht genau.
      In Produkten von Beyer & Söhne oder cicé oder Highdroxy und sicher auch anderen findet man allerdings bereits sehr viele von ihnen in einer guten Formulierung vereint.
      LG
      Anja

  • Clare
    Juni 5 2022

    Wie auch der erste Blogbeitrag zu diesem Thema: sehr gut erklärt! Vielen Dank dafür!

  • Kathi
    Juni 5 2022

    Was für eine Mühe dahinter steckt, Zeit und Recherche, Wahnsinn! Und dann noch so informativ aufbereitet! Vielen Dank

  • Mara
    Juni 8 2022

    Hey, könntest du mal einen Beitrag über Inhaltsstoffe in Kosmetik schreiben, die nicht so gut sind, sondern eher schädlich?
    LG
    Mara