Liebeserklärung an Slowenien

Kleine Vorwarnung!
Heute wird es lang. Lang und bildreich. Ich bin nämlich schwer verliebt und MUSS euch davon erzählen!!!

Ich bin zwar immer verliebt, wenn ich von einer Reise an einen neuen Ort zurückkehre, aber dieses Mal ist es anders. Ich bin in der DDR aufgewachsen und nach 1989 interessierten mich all die Länder viel mehr, die ich damals nie hätte bereisen dürfen. Der ganze Ostblock war nicht wirklich auf persönlichen Wunschreiselandkarte verzeichnet. Okay, Moskau vielleicht oder Sankt Petersburg. Vielleicht auch so ein exotisches Ziel wie die Mongolei. Aber nach einer Kongressreise nach Tschechien, wo es vor einigen Jahren wirklich noch wie im Osten zuging (Krautsalat und Kräutertee, die Gäste zum Abendessen in Hausschuhen und um 21 Uhr wurde man aus dem Restaurant rausgekehrt), lagen meine Reiseinteressen jenseits von Bulgarien & Co.
Eine Freundin schwärmte von Slowenien. Es sei so schön dort. So freundliche Menschen. So ein vielfältiges, kleines Land. So gutes Essen. So viel gelebte Gelassenheit.

Nun war ich selbst dort. Ich begleitete meinen Mann auf eine Konferenzreise und wir haben einfach 4 Tage zusätzlich drangehängt, um uns dort ein bisschen umzuschauen.

Slowenien.
Es ist SO schön dort! SO freundliche Menschen! SO ein vielfältiges, kleines Land! SO gutes Essen! SO viel gelebte Gelassenheit!

Wir waren in einem schrecklichen Betonbunker untergebracht, der einst als Diplomatenhotel das beste Haus am Ort war. Auch heute ist es noch ein 5*-Haus, allerdings mit Schwerpunkt auf Kongresse. Es liegt perfekt und idyllisch an der adriatischen Küste. Alle Zimmer haben Meerblick und schauen auf den Nachbarn Kroatien. Im Innern ist alles sehr abgewohnt und man sieht, dass die große Zeit des Hotels bereits längst vergangen ist. Und dennoch: ich schlief tief und traumlos wie ein Baby. Fühlte mich trotz des fehlenden Luxus seltsam wohl und heimisch. Und dieses Gefühl verließ mich in der ganzen Zeit und an keinem Ort, den ich besuchte, auch nur ein einziges Mal.

Die Kellner im Frühstückssaal blicken kaum hoch, um dir einen Guten Morgen zu wünschen. Allerdings ändert sich das, wenn du zuerst grüßt und freundlich auf sie zugehst. Dann steht bereits am nächsten Tag ein Espresso vor Dir, ein Glas Wasser daneben und ein Schokolädchen ziert den Rand deiner Untertasse. Sobald man Interesse an Land und Leuten zeigt, öffnen die Menschen ihr Herz.
Sie sind stolz auf ihre Heimat, sprechen nicht selten perfekt englisch, deutsch und italienisch zu ihrer slowenischen Muttersprache.

Ihr müsst jetzt leider ganz viele Bilder über euch ergehen lassen. Aber ich verspreche: danach habt ihr Reisefieber! 😉

Wir beginnen mit dem wohl pitoreskesten Ort in ganz Slowenien: PIRAN.
Die kleine Hafenstadt liegt im äußersten Südwesten Sloweniens an der Küste des Adriatischen Meeres. Mit ihrer malerischen Lage, ihrer Altstadt und venezianischen Architektur ist die Stadt an der Slowenischen Riviera eines der bekanntesten Touristenzentren Sloweniens. Man pilgert durch kleine, enge Gassen. Nach oben und unten. Natürlich hat man von oben einen fantastischen Ausblick. Und wenn man unten auf dem Platz sitzt, der nach dem berühmten Dirigenten Giuseppe Tartini benannt ist, will man tiefe Seufzer ausstoßen:

Piran, Slowenien

Der Hafen in Piran.

Piran, Slowenien

Stadtansicht. Überall kleine Restaurant für jeden Geschmack und Geldbeutel. Und trotzdem nicht überlaufen.

Piran, Slowenien

Zentraler Anlaufpunkt: Der Platz Giuseppe Tartini.

Piran, Slowenien

Platz Giuseppe Tartini

Piran, Slowenien

Piran, Slowenien

Alles venezianisch-mediterran: Die Gassen in Piran.

Piran, Slowenien

Von oben hat man einen super Blick über den kleinen Ort.

Piran, Slowenien

Und hinter jeder Biegung, öffnet sich ein neues Gässchen

Nächstes Highlight: die Hauptstadt Sloweniens – Ljubljana. Mit knapp 280.000 Einwohnern auch die größte Stadt des Landes. Herrlich! So überschaubar. Das kommt mir gerade recht. Ich bin nämlich so üüüüüberhaupt kein Großstadtkind. Da Ljubljana eine Universität hat, ist es eine unglaublich junge Stadt. Mit Burg auf Anhöhe (der Anblick erinnerte mich sehr an den Uhrenturm in Graz) und Fluß (Ljubljanica) direkt im Zentrum (was mich widerum sehr an meine Heimatstadt Erfurt erinnerte). Eine tolle Altstadt, einen atemberaubend schönen Markt, ein nettes Café am anderen, Kirchen, Kunst und Co. Und am Ende der großen Einkaufsstraße blickst Du bei schönem Wetter direkt auf schneebedeckte Gipfel der Steiner Alpen.

Ljubljana, Slowenien

Portal an der Kathedrale

Ljubljana, Slowenien

Ein Ausblick, der an Graz erinnert…

Ljubljana, Slowenien

…und ein bisschen an die Krämerbrücke in Erfurt.

Ljubljana, Slowenien

Kunst mitten in der Stadt

Ljubljana, Slowenien

Ich konnte mich gar nicht sattsehen. So ein wunderschöner Markt!!

Es ist keinesfalls alles neu in Slowenien aber auch keinesfalls alles alt und schäbig. Es ist eine gute Mischung aus allem. Ganz viel morbider Charme. Selbst wenn an den Häusern der Putz bröckelt, ist doch die Straße gefegt, die Fenster geputzt und auf dem Fensterbrett blühen liebevoll gepflegte Rosen.

Ljubljana, Slowenien

Ljubljana, Slowenien

Ljubljana, Slowenien

Ljubljana, Slowenien

Ljubljana, Slowenien

Lasst uns übers Essen sprechen. Lecker sag ich, M-E-G-A-lecker! Für jeden Geschmack, jeden Anspruch und jeden Geldbeutel gibt es tolle Angebote in Hülle und Fülle: frischer Fisch in den Küstenorten. Dorade mit Mangold oder anderem Grillgemüse, Oktopuscarpaccio, Tintenfisch vom Grill, Karstschinken, Artischockengerichte…und dazu ein Glas Hauswein, der meist aus einer reifen Malvasiatraube stammt und kräftig nach Kräutern schmeckt. Oder aber das sensationelle Grapefruit-Radler…. in Deutschland gibts das ja leider nur immer mit Zitronenlimonade… Von den Süßspeisen will ich jetzt gar nicht erst anfangen. Ich dachte wirklich, ich bin im Paradies. :-)

Essen, Slowenien

Essen, Slowenien

Essen, Slowenien

Essen, Slowenien

Leider geht auch die schönste Zeit einmal zu Ende und der Heimflug mahnt. Ich werde gleich wieder ganz wehmütig, obwohl ich ja längst wieder da bin. Ich war so unendlich traurig, von dort Abschied nehmen zu müssen, dass ich mir spontan überlegt habe, vielleicht einfach den Job zu wechseln. Vielleicht ist auch das in Slowenien einfacher. Dann müsste ich mich nicht mehr mit Indrustrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer herumärgern. Aber das ist ein anderer Aufreger, erzähle ich euch ein anderes Mal.

Slowenien

Slowenien

 

Und ganz zum Schluss noch ein ganz klischeehaftes, unbearbeitetes, kitschiges Postkartenmotiv für Euch:

sonnenuntergang

Na? Reiselust bekommen oder eingeschlafen?

Ich werde wiederkommen Slowenien. Ganz fest versprochen!!!

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