Touch-up: So hält das Make up den ganzen Tag

*Der Beitrag zum Touch-up enthält Affiliate-Links.
Backstage Berlin Fashion Week S/S 2018 - im Kaufhaus Jandorf in Berlin am 07.07.2017

Backstage – Berlin Fashion Week S/S 2018

Schminktante is back und macht heute endlich mal wieder ein Touch-up auf dem Blog.

Ich mache mich seit letzter Woche ein bisschen rar, ich weiß – Urlaub mit dicker Erkältung und eine große innere Leere haben dafür gesorgt, dass hier ein bisschen weniger los war als sonst. Dieses Jahr hat es ganz schön in sich. Nicht nur der Umzug von Potsdam nach Karlsruhe (Update ist in Arbeit!) oder das Ankommen und Netzwerk schaffen kosteten mich Kraft sondern auch einige Ereignisse, die mich wiedermal ins Grübeln gebracht haben und radikale Entscheidungen erforderten. Und so sehr das Positive in diesem Jahr bisher überwiegt, kostete alles zusammen doch auch richtig Kraft. Das habe ich vor und speziell in unserem Kurzurlaub gemerkt. Mein Kopf war wie leergefegt. Nur noch Matsch drin. Obwohl ich viel mehr freie Zeit hatte, brachte ich einfach nicht das zustande, was ich hätte leisten wollen oder gefühlt können.

10 Tage Pause haben kleine Wunder bewirkt. Ich fühle mich erholt und ausgeruht. Ich bin wieder konzentriert und kann meinen Tagesablauf gut organisieren. Und auch hier auf dem Blog wird es bald wieder lebendiger. Ich kann noch nicht genau sagen, ob schon in der nächsten oder erst in der übernächsten Woche – ihr werdet es aber ganz sicher merken ;-)!

Eingangs bemerkte ich schon, dass es heute um’s Touch-up für euer Make up gehen soll. Den Anstoss für diesen Beitrag gab mir Leserin Heike mit dieser Frage:

“Ich schminke mich morgens und dann ins Büro – leider gehöre ich nicht zu den Frauen die um 15:00 Uhr noch genauso perfekt aussehen wie morgens um sieben. Hast du ein paar Tipps wie man untertags das Make up noch mal auffrischen kann?”

Ich weiß, dass es sicher vielen von euch so geht. Die ein oder andere hat zweifelsohne auch bereits ihr kleines Auffrischungsritual gefunden. Für alle, die noch ratlos sind, gebe ich ein paar schlaue Tipps aus der Make up Artist-Trickkiste, wie ein Touch-up aussehen kann, wann es sinnvoll ist und welche Tools und Produkte ihr dafür benötigt.

Glanz beseitigen

Je nach Hautzustand produziert die Haut mehr oder weniger Talg. Produziert sie viel davon, glänzt Euer Gesicht bzw. Teile davon nach wenigen Stunden wie eine kleine frisch polierte Billardkugel. Meist handelt es sich um die T-Zone (Stirn-Nase-Kinn).  Auch Hautpflege und morgendliches Make up Ritual spielen dabei eine Rolle.
Am einfachsten ist es natürlich, mit Puderpapier das Schlimmste abzunehmen und ggf. nachzupudern um den Glanz zu nehmen. Manchmal genügt das aber nicht oder das Ergebnis wird maskenhaft oder gar fleckig.
Ich arbeite am liebsten mit natürlichen Teints und Finishes. Nichts ist mir unangenehmer, als dicke Schichten Make up und Puder auf ein Gesicht zu pappen. Ich verlasse mich von Anfang an auf die richtigen Produkte. Primer nur im Notfall – ich mag einfach keine Primer. Das ist natürlich Geschmackssache. Wer jetzt überlegt, ob er wohl die richtige Foundation zuhause hat, dem sei mein Artikel DIE RICHTIGE FOUNDATION zum Nachlesen empfohlen.
Wenn also an einem langen Drehtag oder beim Shooting im Fotostudio bereits reichlich “Produkt” auf dem Gesicht von Darsteller oder Model ist, sprühe ich das Gesicht zunächst mit einem Thermalwasser oder einem anderen Erfrischungsspray ein. Dabei muss es nicht nass werden. Ein Hauch genügt! Dann lege ich ein geteiltes Kleenex-Tuch auf das komplette Gesicht, drücke es leicht an und nehme es vorsichtig wieder ab. Die Betonung bei diesem Vorgang liegt auf “leicht”. Damit nehme ich nämlich alte Puderschichten und etwas Glanz vom Gesicht ab und kann anschließend etwas frische Foundation auflegen (wenns ganz arg schlimm ist) oder eine frische Schicht Puder.
Je nach Grundprodukt, das ich im Maskenraum verwendet habe, kommt jetzt ein transparentes Setting Puder zum Einsatz. Mit einem fluffigen Puderpinsel oder einer Puderquaste (ihr könnt in Ermangelung dafür dafür auch ein Wattepad teilen und mit einer Innenseite Puder aufs Gesicht geben) stäube ich Puder auf die Partien, die es am nötigsten brauchen. Meist sind das wirklich nur die Stirn, die Nasenwurzel und -flügel, sowie das Kinn.
Es gibt seit neuestem auch diese Fixiersprays. Früher benutzte ich soetwas, um Make up schwitz- und wasserfest zu machen. Heute gibt es vielfältige Angebote. Die meisten richtigen Fixiersprays trocknen über dem Make up an und fixieren es, während sie einen Film bilden, der sich nicht oft besonders schön anfühlt und ein Touch-up nahezu unmöglich macht.

Meine liebsten Tools*:

Foundation auffrischen

In ganz vielen Bürojobs verdünnisiert sich mit dem Puder auch gleich noch die Foundation. Wir Frauen sind nämlich große Meisterinnen darin, uns mit den Händen im Gesicht herumzuwischen. Und wer mal ganz ehrlich zu sich selbst ist, der muss an dieser Stelle heftig nicken.
So kann es beispielsweise passieren, dass am Nachmittag so eines ganz normalen Bürotages das halbe Make up einfach verschwunden ist. In ganz wenigen Fällen “frisst” die Haut auch die Foundation auf. Aber meist nur dann, wenn sie nicht genügend Grundlage in Form von passender Pflege hatte.
Wenn ihr zu den Leidtragenden gehört, deren Make up sich nach der Hälfte des Tages nur noch auf die obere Gesichtspartie beschränkt, dann verfahrt ihr ganz genau wie oben. Also erst Puderreste abnehmen, anschließend mit Foundation nacharbeiten. Passt bitte auf, dass ihr die Foundation wirklich nur dort auftragt, wo sie bereits weg ist und achtet außerdem darauf, dass ihr flüssige Textur niemals über pudrige gebt – DAS geht dann nämlich richtig nach hinten los (Fleckentarnung!). Ich benutze in diesem Fall meinen Beautyblender. Das kleine Make up Ei gibt es mittlerweile auch in Mini, so dass ihr es ganz easy in einem kleinen Plastiktütchen mit in die Kosmetiktasche stecken könnt. Ich schwöre auf den Blender (und zwar nur auf das Original). Schwämmchen deshalb, weil ihr so wirklich sanft nacharbeiten und im Zweifel layern (schichten) könnt und weil ihr damit übergänge zwischen altem und frischem Make up viel schöner verblenden könnt als mit den Fingern oder einem Foundationpinsel. Danach dann die Puderprozedur wie oben beschrieben – und ganz nach eigenem Gusto.

Meine liebsten Tools*:

Die Mascara flieht

Oh ja, das kenne ich total gut.
Auch wenn sie sonst noch so gut hält – Mascara setzt sich bei mir gern mal unter dem Auge ab. Der Grund sind meine recht langen Wimern am unteren Wimpernkranz und die Tatsache, dass ich meine eh schon trockene Augenpartie über dem Concealer nicht auch noch abpudere.
Meine besten Helfer sind dann die Zeigefinger, mit denen ich wegwische, was nicht unter die Augen gehört. Etwas eleganter klappt das wieder mit einem Mini-Beautyblender (immer angefeuchtet) oder mit einem Wattestäbchen (da müsst ihr aber manchmal ganz schön rubbeln – im Sinne der gepflegten Augenpartie also lieber Finger oder Beautyblender).
Meist genügt es, wenn man mit einem Hauch Concealer nacharbeitet. Wer ganz trockene Haut unter dem Augen hat, der kann auch einen Hauch Augenpflege benutzen – aber bitte wirklich nur einen Hauch oder ein feuchtigkeitsspendendes Gel, das nicht zu stark fettet. Sonst ist die Mascara nämlich gleich wieder weg ;-).

Meine liebsten Tools*:

Lidschatten taucht ab in Lidfalte

Auch das passiert.
Meist aber nur dann, wenn bei der Vorbereitung nicht sorgfältig genug gearbeitet wurde. Mit zunehmendem Alter und schwindender Spannkraft auf dem Liddeckel, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Lidschatten oder der Eyeliner mit vielfacher Augenbewegung einfach in die Lidfalte oder gleich unters Auge abhaut. Ja, auch wenn ihr den schon immer benutzt habt und  immer zuverlässig klargekommen seid. Alt werden ist leider echt nix für Weicheier. :-(
Aber was soll’s – Zeit für Neues! 😉 Ihr müsst nämlich überhaupt nicht verzagen – es gibt so viele schöne Tools, die helfen das Augen-Make up zu retten, dass ihr überhaupt keine Angst haben braucht, dass  ihr jetzt nie wieder ein schönes Augen-Make up tragen könnt.
Vorbereitung ist alles! Anstatt Make up auf die Augenlider aufzutragen, probiert einen guten Lidschattenprimer. Einziger Primer übrigens, den auch die Schminktante ganz regelmäßig verwendet. Den Primer gut abpudern und dann kann es losgehen. Im besten Fall hält dann der liebste Lidschatten wieder. Falls nicht, greift zu wasserfesten Produkten. Cremige Stifte werden aufgetupft und dann gleich mit einem weichen Pinsel verblendet. Paint Pots von MAC kann man ideal mit dem Finger auftragen und verarbeiten, manche Produkte haben einen Applikator dabei… wichtig hier: sofort nach dem Auftragen verarbeiten. Wenn sie erst angetrocknet sind, wird’s schwierig mit dem soften Übergang.  Auch Mascara und Eyeliner gibts in wasserfest bzw. wasserresistent.
Achtet beim Abschminken auf einen Augen-Make up-Entferner für wasserfestes Augen-Make up.

Meine liebsten Tools*:

Lippen

Dass Lippenstift ewig hält, ist ein Märchen. Auch die haltbarsten und kussfestesten Lippenprodukte verabschieden sich allerspätestens mit dem Genuss von etwas fettreichem. Also ist einfaches Nachziehen von Lippenstift & Co der schlaueste Tipp, den ich euch an dieser Stelle geben kann.
Meine Favoriten sind aktuell ganz klar matte Lippenstifte wenn es um die Haltbarkeit geht. Favoriten derzeit von Clinique und Laura Mercier. Aber auch der schönste Lippenstift hält nur, wenn die Lippen auch schön aussehen. Also immer genug trinken und am Abend die Nachtcreme immer auch mit auf die Lippen auftragen. Die Streber (wie ich) gönnen sich zusätzlich eine extradicke Portion Lippenpflege.

Meine liebsten Tools*:

Puh! Das war lang. Ich hoffe, ich habe euch nicht gelangweilt mit meinen Ausführungen. Sollte ich etwas vergessen haben oder solltet ihr noch einen Supermegahammertrick auf Lager haben, dann verratet mir das doch bitte gern in einem Kommentar! 😉

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11 comments

  • Ja, ich hab schon gemerkt, dass du stiller warst. Wie sympathisch, dass du es thematisierst und erklärst.
    Ich wünsche dir viel Kraft und Klarheit.

    Reply
  • Pingback: Touch-up fürs Make up - So machen Sie Ihren Look haltbar | Lady.Bloggers

  • Liebe Anja, das sind wieder mal tolle einfache Tipps mit schneller Wirkung für die gestresste Frau. Ich werde einiges probieren. Das Thermalwasser und auch das regelmäßige Trinken habe ich eh schon als 1.Geheimwaffe gegen die böse und trockene Büroluft entdeckt. Meine 2. Waffe ist aktuell der Clinique Pop Oil Lip in Black Honey. Der trocknet die Lippen nicht aus und bringt auch den Wangen schnell mal etwas Farbe. Die Flasche ist recht handlich, so dass sie in meiner Faust gaaaaaaaaaaaaaaaanz unauffällig verschwinden kann.Der Inhalt hält schon seit dem Sommerbeginn. Ich hatte ihn im Urlaub immer dabei und ruckizucki auf den Lippen. Meine Lippen leuchten so frisch und in einer tollen dezenten Farbe. Meine beste Freundin konnte ich mit beiden auch schon glücklich machen, trotz der Skepsis da der Farbton in der Flasche verdammt dunkel wirkt. Auch der Preis ist etwas über den Durchschnitt, aber für mich hat er sich gelohnt. Oje, habe ich jetzt etwa Werbung gemacht?! Ach egal.
    Starte gut in das neue Wochenende, sammel viel Freude und tanke genug Kraft für viele Tipps an Deine treuen Leser. LG Rike

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  • Hallo Anja, erst einmal schön dass es Dir wieder besser geht. Falls Du mal wieder abschalten möchtest, kann ich Dir ein Wellness Wochenende empfehlen. Ist für mich wie 10 Tage Urlaub. Empfehlen kann ich das Golfhotel Stromberg, vielleicht wäre das ja mal was! Dein Beitrag ist klasse, allerdings hätte ich noch eine Frage. Ich habe auch das Problem mit dem Maskara, relativ lange Wimpern und ich habe trotz wasserfester Maskara schon nach 2 Stunden Maskara unter den Augen :0 ( Kannst Du eine Maskara empfehlen? Ich habe schon so viele getestet. Viele herzliche Grüsse

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    • Hast Du die von Korres schon ausprobiert? Black Volcanic? Die hält bei mir wie Bombe.
      Und die neue von Clinique soll auch ziemlich gut halten. Bei Mascaras im Übrigen nie eine Billigmarke kaufen, wenn man Probleme mit der Haltbarkeit hat. Da lohnt tatsächlich die Investition in eine preisintensivere Marke.
      Ansonsten könnte es auch sein, dass Du die Augenlider nicht gut genug vorbereitest/abpuderst, bevor Du Mascara aufträgst. Oder eine zu reichhaltige Augenpflege für den Tag verwendest….
      LG
      Anja

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      • Hallo Anja, vielen lieben Dank, werde die Black Volcanic von Korres mal ausprobieren. Schönen sonnigen Sonntag für dich

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