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Selfcare – Trend oder Notwendigkeit?

Oh Mann…. wo fange ich an?

Vor 3 Wochen habe ich auf meinem Instagram-Kanal DAS Thema der Stunde aufgegriffen. Überall liest und hört man darüber und nein: es geht weder um Corona und auch nicht um einen unerzogenen Amerikaner mit Napoleonsyndrom.

Seit Wochen versuche ich meine Gedanken dazu zu ordnen, damit ihr hier keine verschwurbelten Absätze zu lesen bekommt.

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S – e – l – f – c – a – r – e

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Selfcare oder auch Selbstfürsorge oder auch Achtsamkeit oder auch Selbstliebe sind Begriffe, die für sich stehen. Die oft in einen Topf geworfen werden, weil sie irgendwie das Gleiche bedeuten bzw. unmittelbar zusammenhängen – und jeder Begriff dennoch etwas anderes ist, für etwas anderes steht.

Ist Selfcare tatsächlich ein bestimmtes (Beauty)ritual? Ist es das Drücken des Reset-Knopfes? Das abschalten elektronischer Geräte? Der Genuss bestimmter Speisen oder Getränke? Oder ist Selfcare alles zusammen? Wie ordnet man ein ob es sich bei einem kleinen Gefallen an sich selbst um Selbstfürsorge handelt oder um die Kompensation von irgendetwas anderem?

Jede/r definiert Selfcare anders für sich. So auch im Hause Schminktante. Nach anfänglich eher oberflächlichen Ritualen für die Selbstfürsorge hörte ich mal ganz genau in mich hinein. Im Zuge dieser Oktober-Aktion nehmen meine Gedanken dazu wieder neu Fahrt auf und ich nehme ganz viel mit aus den Statements der Frauen, die mir ihre Sicht auf das Thema als Videobotschaft gesendet haben und die ich mit euch als Instagram-Community gerade täglich teile (die ist auf meinem Instagram-Kanal auch unter dem Begriff “Selfcare” auch in den Highlights gespeichert, falls ihr nochmal schauen wollt).

Ich schaute mir also meinen eigenen Weg an und all die Ereignisse, die mich innehalten ließen. Die mich zwangen mein eigenes Handeln zu betrachten und zu analysieren und so Reaktionen von außen besser einzuordnen. Und diesen wiederum zu begegnen und für die Zukunft zu lernen.
Nach wie vor stehe ich auf dem Standpunkt, dass man sich selbst gut kennenlernen muss um zu wissen, was man wirklich braucht. Man muss in den (inneren) Spiegel schauen und darf sich nicht belügen. Ehrlich zu sich selbst sein, ist manchmal echt hart. Weil du dann nämlich niemanden anderes für irgendwelche Schieflagen verantwortlich machen kannst. Sich das einzugestehen, ist der erste Weg näher zu sich selbst. Und je besser man sich selbst kennt, umso eher erkennt man, was man wirklich braucht und was nicht. Gelegentlich zieht das recht drastische Schritte nach sich. Ich sage nur: loslassen.

Ein Sprichwort sagt: Wer loslässt, hat die Hände frei.
Und das stimmt auffallend! Und nicht nur die Hände, sondern auch das Herz und den Geist. Aber das muss man erstmal schaffen.

Loslassen von alten und vermeintlich liebgewonnenen Gewonheiten:
Sie gehören doch einfach dazu. Das machen wir doch schon immer so. Was soll das bringen?

Loslassen von Umgebungen und Menschen, die dir nicht guttun:
Aber er/sie hat doch vielleicht auch recht? Aber er/sie hat es doch bestimmt nicht so gemeint? Aber er/sie meint es doch nur gut.
Frage dich: ist das wirklich so? Bringt das, was andere von DIR wollen, dich wirklich näher zu DIR selbst oder befriedigt die Erfüllung ihrer Erwartung an dich nur deren eigene Eitelkeiten?

Loslassen von Ausreden, die den Fokus wieder von dir weg lenken und das sich näherkommen und bei dir sein erschweren. Und ja: auch loslassen von vielen oberflächlichen Gewohnheiten, die dir einreden wollen, sie täten dir gut. Am Ende steht die Erkenntnis, dass ganz viele dieser Gewohnheiten am Ende einfach manchmal auch eher Betäubung der inneren Stimme sind und letztlich das schlechte Gewissen auf den Plan ruft. Tut dir das dann gut?

Oder anders: sind all die kleinen Selfcare – Rituale – welcher Art sie auch sein mögen- lediglich ein Instrument um den Weg zu sich zu finden, damit man sich endlich nahekommt? Sich spürt? Und DANN endlich wahrhaft fühlt, wie die perfekte Selbstfürsorge für sich aussehen muss, damit wir in uns ruhen und bei uns bleiben können – eins mit uns selbst?

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©miapowterr for Pixabay

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Körper und Geist

Jedes noch so kleine Ritual hat seine Berechtigung. Denn Selfcare ist nach meiner ganz persönlichen Definition etwas für den Körper und etwas für den Geist. Aber Achtung! Verwechsle nicht den Appetit mit dem Hunger. Nicht alles, was du dir vermeintlich Gutes tust, tut dir auch wirklich gut.

Verschwurbelt, gell? Ich sag ja: meine Gedanken dazu drehen wilde Kreise und schlagen verrückte Salti, als dass ich hier einen allgemeingültigen Ratgeber für die perfekte Selbstfürsorge schreiben könnte.

Aber ich kann Dir ein Beispiel geben, eins für die körperliche Selfcare:

Als ich 2008 die Diagnose rheumatoide Arthritis bekam, hat es mich quasi von jetzt auf gleich aus den Schuhen gehauen. Ich ging brav zum Rheumatologen, nahm brav meine vielen Medikamente ein und hoffte auf baldige Besserung der Symptome. Was ich damals nicht ansatzweise wahrnahm – das ganze war ein Hilferuf meines Körpers. Er schrie: kümmer Dich um mich! Kümmere Dich endlich GUT um mich!! Ich habe hier schon einmal eine kleine Liebeserklärung an meinen Körper geschrieben. Vielleicht magst du sie lesen.
Zusammengefasst: ich habe gearbeitet wie verrückt – immer gekämpft – erfüllte immer die Erwartung anderer an mich – machte Sport eher nur für die Figur – Ernährung – Rauchen – Raubbau am Schlaf – plus Spuren der Vergangenheit, die die Seele immer wegdrückt weil sie einfach nie richtig passen um sie zu verarbeiten. All das führten kurz nach dem Tod meiner Mutti zu einem seelischen Zusammenbruch (den ich mit Arbeit betäubte) und später zum körperlichen Aufschrei durch eine chronischen Krankheit. Davon bin ich fest überzeugt.

Glücklicherweise hat die Entdeckung der Behandlung mit Traditioneller Chinesischer Medizin ganz viel dazu beigetragen, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben so ganz richtig doll anfing, auf meinen Körper zu hören. Anfangs wusste ich überhaupt nicht, was meine Ärtzin mir immer sagen wollte. Ich vertraute auf ihre Teemischungen und ihre Akupuntkuren und dachte, all das würde mein Rheuma schon in seine Schranken weisen. Aber es ist, wie überall: wenn man nicht selbst aktiv mithilft, passiert da gar nix. Also sperrte ich die Ohren auf und hörte zu und lernte. Und schon nach kurzer Zeit eine neue Erkenntnis: ich muss gut für mich sorgen, damit es mir gut geht. Ich habe einiges an Ernährung umgestellt und siehe da: nach einigen Monaten hörte ich auf, ständig zu frieren. Mein Energielevel stieg merklich an, die trübe Stimmung, die mich oft umfing, verschwand und die Schmerzen in den Gelenken mäßigten sich.

Daniela Hutter, die mit ihrem Unternehmen Yin-Prinzip ganz viel mit Weiblichkeit auf der esotherischen Ebene befasst, hat einen sehr schönen und sehr wichtigen Satz in ihrem Selfcare – Statement gesagt:

“Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben!”

Daniela Hutter

Ich könnte ihn mit einem weiteren Sprichwort ergänzen:

Was nicht drinnen ist, das kann nicht raus!

Quelle unbekannt

Selbstfürsorge hat also erstmal ganz viel damit zu tun, sich selbst richtig gut kennenzulernen. Und dann zu entdecken, was du selbst wirklich brauchst. Vielleicht gerät ja dann das Eincrem-Ritual zur angenehmen Nebensache, ist aber nicht mehr essentiell für wahre Selbstfürsorge sondern vielleicht ganz andere Dinge. Jemand von euch schrieb mir auch, Selfcare sei auch ganz viel Selbstachtung. Sich selbst annehmen, sich selbst achten – beste Voraussetzungen, um Grenzen zu ziehen und wie Meeta in ihrem Insta-Statement sagte:

“…lernen, auch mal NEIN zu sagen!”

Meeta K. Wolf

Ich fasse mal zusammen:

Lerne Dich selbst kennen. Hör auf Dich zu belügen. Entdecke Dich. Dann spürst Du, was Du wirklich brauchst. Ich weiß, ich wiederhole mich… Wenn Du diese Bedürfnisse stilllst, “nährst” Du Dich wahrhaft. Und daraus schöpfst Du für alles andere. Kraft, Energie und die Ruhe in der Du selbst ruhen kannst.

Ganz viele Nachrichten haben mich erreicht, in denen mir die Followerinnen der Insta-Community das Feedback gaben, ich würde so in mir ruhen und so einen ausgeglichenen Eindruck machen.
Stimmt auch. Ich ruhe in mir. Meistens jedenfalls. Bis hierhin war es ein langer Weg und ich bin lange nicht da, wo ich hin will. Auch ich muss noch viel lernen. Viel entscheiden. Viel aufarbeiten und mich von vielen Dingen lösen. Und tatsächlich auch mal lernen ‘nein’ zu sagen bzw. Grenzen zu ziehen.

Genau hinzuschauen und immer wieder auf den eigenen Körper hören und nicht auf das, was von außen kommt.

Daraus resultieren dann letztlich für mich die Dinge, die ganz, ganz wichtig auch für mein Wohlbefinden sind, die aber im Außen stattfinden (Beautyrituale, beste Ernährung, heißer Tee, gutes Buch, etc.). Eine gute äußere Pflege also, in allen Aspekten. Das Zugeständnis, auch mal über die Stränge schlagen zu dürfen. Nicht ständig zu streng mit mir zu sein. Nicht immer im Außen nach links und rechts schielen und gucken, was der oder die oder jene/r hat und kann und bekommt. Zufrieden sein und sich freuen an dem, was ich selbst habe, kann und bekomme. Nicht (be)werten und vor der eigenen Haustür kehren. Und ganz wichtig: mir nicht von Anderen wie ich zu ticken habe.

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I am who and what I am, you know?

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Hatte ich lange vergessen. Alles zusammen bedeutet für mich Selfcare. Wie siehst du das?

Alles Liebe, Eure
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7 Comments
  • Nicole
    Oktober 15 2020

    Liebe Anja,
    dieser Post hat mich aufgrund deiner Ehrlichkeit und auch aus persönlichen Motiven heraus sehr bewegt. Denn es ist so wie du sagst: Selfcare ist zunächst einmal eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Wir gehören ja zu einer Generation, die noch behütet (ohne diesen ganzen Input von außen) aufgewachsen ist. Und dann war da plötzlich dieses Außen, dieses machen wollen, dieses weiterkommen wollen. Und sollen. Alles nichts schlechtes an sich. Aber Normen wurden neu definiert, Aussehen bekam eine neue und andere Bedeutung, so viel mehr war machbar, verfügbar und lesbar.
    Da kann man sich selbst schon mal ‘verlieren’.
    Wenn man aber diese Auseinandersetzung geschafft und sich selbst gefunden hat, dann ist der Ansatz für Selfcare da. Und dieses muss und darf bei jedem anders aussehen.
    Denn wir sind alle unterschiedlich und besonders. Deshalb finde ich deinen Weg gut und es ist auch normal, dass du noch nicht am Ende deines Weges bist.
    Nur, und das finde ich entscheidend, setzt du dich nicht mehr unter Druck. Sondern horchst und machst.
    Das ist etwas, was wir alle lernen sollten: Horchen, natürlich schauen, aber individuell entscheiden, was gut für uns ist.
    Klar gehören auch Beautyrituale und ähnliches dazu- aber, wie du sagst, ohne das Innen ist das Aussen nichts.
    Mich treibt der Begriff auch sehr um und ich habe lange gebraucht um zu sehen, dass Selfcare vieles ist, aber nicht nur aus Äußerlichkeiten besteht. Und das ist prima. Klappt nicht jeden Tag, aber sehr viel öfter und dieses Gefühl ist ein schönes und bringt viel Ruhe mit sich.
    Danke für deinen schönen Text am Morgen- ich bin aus vielen Gründen begeistert (auch von dir).
    Liebe Grüße
    Nicole

    • schminktante
      Oktober 15 2020

      Liebe Nicole,
      freue mich gerade riesig über Deinen ausführlichen Kommentar! Und Du hast völlig recht: ohne das Innen kannste von Außen noch so viel machen – dann ist es immer nur halb. 😉
      Alles Liebe
      Anja

  • elke
    Oktober 15 2020

    Liebe Anja,

    ja, das ganze habe ich auf Insta auch wargenommen, aber irgendwie einfach ignoniert, weil ich nicht jedem Trend mitmache oder mitmachen möchte und somit hatte oder habe ich mich nicht weiter damit befasst.
    *
    hmmm, da lese ich so deinen Artikel und es reisst schon Wunden auf. Ab dem Punkt von dem Toder deiner Mutti. Da kam ich dann doch ins grübeln. Meine Mutti starb ja auch früh, mit 41 und ich war 21 und seit dem hieß es für mich immer funktionieren. Oh…und das kann ich sehr gut. Wenn nichts mehr geht, dann gönne ich mir ein paar Tage ruhe und weiter geht es. Ich nenne es immer Lapidar ” Batterie auftanken” .
    *
    Erst durch deinen Artikel habe ich so richtig begriffen was bei mir noch so für Baustellen sind. DANKE kann ich nur sagen.
    *
    Es jedem recht machen! Ich muss noch viel lernen. Vielleicht wird es dann mit meiner Migräne auch besser. Der Anfang ist gemacht…

    Danke

    Liebe Grüße
    Elke

    • schminktante
      Oktober 15 2020

      Liebe Elke,
      garantiert wird sich einiges ändern, wenn Du den Weg zu Dir selbst gehst. Ich drück Dir fest die Daumen!
      Alles Liebe
      Anja

  • Kathrin
    Oktober 16 2020

    Sehr treffend und schön geschrieben, liebe Anja. Für mich schwierig ist, Dinge im Kopf bzw. intellektuell zu begriffen zu haben aber diese dann nicht wahrhaben zu wollen oder nicht umsetzen zu können. Ich habe nun den 3. Bandscheibenvorfall in der HWS innerhalb eines Jahres. Der Arzt sagt, ich dürfe nicht mehr arbeiten. Und ich frage mich, was bin ich ohne Arbeit, wie existiere ich oder weshalb reagiert mein Körper so. Und im Moment bin ich noch nicht bereit, etwas zu ändern. Und trotzdem tut es mir sehr gut, Deine Gedanken und Erfahrungen hier zu lesen. Danke für Deine Offenheit.

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Kathrin

    • schminktante
      Oktober 16 2020

      Liebe Kathrin,
      alles Gute für Dich!!
      Hast Du es mal mit Ostheopatie versucht? Ich habe da schon ganz viel gehört, dass Ostheopaten nochmal anders ansetzen und nicht ausschließlich den bandscheibenvorfall bekämpfen, sondern nach der Ursache schauen, die das auslöst.
      LG
      Anja

  • Doris
    Oktober 18 2020

    Genau so ist es! So schön geschrieben ☺️. Sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen fällt verdammt schwer. Sind nicht andere noch so viel schwächer und müssen von mir ge-/ unterstützt werden? Geht es mir nicht so gut als das ich nicht jammern darf? Kann ich damit leben plötzlich nicht mehr gemocht zu werden? Viele Fragen die man/ICH sich/mir stellen muss!
    Danke für den Anstoß!